Brücke über den Giesinger Berg: Warten auf den Lückenschluss

Dass eine Brücke für Radler und Fußgänger über den Giesinger Berg kommt, ist fix. Doch wie die genau aussehen soll, wird nun noch einmal ausgeschrieben.
| Myriam Siegert
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Die Kreuzung am Giesinger Berg.
Die Kreuzung am Giesinger Berg. © Daniel von Loeper

Giesing - Steht man am Giesinger Berg und schaut hinunter nach Untergiesing, sieht man vor allem erst einmal eins: Autos. Die Kreuzung Giesinger Berg, Icho-, Silberhorn- und Martin-Luther-Straße ist ein wahres Monstrum der Verkehrsführung. Vierspurig geht es hier den Berg hinauf und hinunter oder weiter Richtung Sechzger-Stadion und Mittlerer Ring.

Fußgänger und Radfahrer lässt man hier nicht oberirdisch queren, sondern lotst sie durch eine Unterführung, die wegen Treppen und steilen, schmalen Rampen alles anderes als barrierefrei ist. Die nächsten Fußgängerampeln sind erst ein ganzes Stück weiter oben an der Martin-Luther-Straße oder sogar erst unten am Kolumbusplatz.

Nicht barrierefrei. Die Zugänge zur Unterführung.
Nicht barrierefrei. Die Zugänge zur Unterführung. © my

Die Riesen-Kreuzung ist außerdem eine seit Jahren beklagte Lücke im Radweg entlang des Isarhochufers und - über die Tegernseer Landstraße und Regerstraße - in den Osten der Stadt, die durch einen Brückenschlag zwischen Heilig-Kreuz- und Lutherkirche geschlossen werden soll.

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Fünf Teams sollen die Brücke planen

Schon 2016 berichtete die AZ, das Projekt habe nach vier Jahren Diskussion nun höchste Priorität erhalten. 2017 hieß es dann, eine Machbarkeitsstudie werde durchgeführt und ein Baustart 2022 angekündigt. Doch das könnte knapp werden. Am vergangenen Dienstag hat sich der Bauausschuss des Stadtrats erneut mit dem Thema befasst und entschieden: Die Planung wird noch einmal ausgeschrieben - und zwar europaweit. Fünf Planungsteams sollen erarbeiten, wie und wo genau die Brücke auf beiden Seiten ansetzen könnte.

Der Hintergrund: Der bisherige Entwurf für die Brücke des Architekturbüros Karlundp hatte einen geraden Verlauf zwischen der Terrasse an der Heilig-Kreuz-Kirche und dem gegenüberliegenden Isarhochufer vorgesehen. Dagegen gab es aber vor allem von der Denkmalschutzbehörde Einwände, die sich gegen bauliche Veränderungen an der Terrassenstützmauer der Kirche aussprach. Die Naturschutzbehörde mahnte, viele geschützte Bäume am Isarhang, Teil des Landschaftsschutzgebietes Isarauen, müssten weichen.

Der bisherige Vorschlag von Karl und Probst.
Der bisherige Vorschlag von Karl und Probst. © Karlundp Architekten

Das Baureferat hatte daher einen alternativen Entwurf erarbeitet, mit einem längeren, geschwungenen Brückenverlauf, der die denkmalgeschützte Treppe schont. Die Eingriffe in den Baumbestand wären aber noch ärger gewesen.

Die Variante des Baureferats: Die geschwungene Brücke setzt hinter der Treppe zu Füßen der Kirche an. Baumfällungen sind nicht berücksichtigt.
Die Variante des Baureferats: Die geschwungene Brücke setzt hinter der Treppe zu Füßen der Kirche an. Baumfällungen sind nicht berücksichtigt. © Leonhardt, Andrä und Partner

Um diese Probleme zu lösen, soll nun also "ein Wettbewerb unter verschiedenen Planungsteams die beste Lösung hervorbringen", wie Stadtrat Paul Bickelbacher (Grüne) sagte. Die SPD hält dabei auch eine Brücke in Y-Form für eine denkbare Variante, so könne ein Weg zum Giesinger Bräustüberl und zur Grund- und Mittelschule an der Ichostraße entstehen. Bis Mitte nächsten Jahres sollen die Ergebnisse vorliegen.

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