Anwohner beschweren sich: Müll-Ärger am Riemer Park

Briefe von Anwohnern an den Bezirksausschuss werfen ein schlechtes Bild auf die Zustände rund um den Badesee in Riem.
| Gaby Mühlthaler
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2005 für die Bundesgartenschau angelegt: der Riemer See.
2005 für die Bundesgartenschau angelegt: der Riemer See. © Lea Kramer

Riem - Eine grüne Oase der Erholung soll der Riemer Park sein, mit einem Badesee, den nicht nur die Messestädter nutzen.

Schon in vergangenen Jahren lockten See und Park auch Party-Volk an, worüber sich die örtliche Bevölkerung beim Bezirksausschuss (BA) beklagte. Nun, zu Corona-Zeiten, eskaliert die Situation, glaubt man den zahlreichen Briefen an den BA.

"Heuer ist es wirklich schlimm mit Krach und Dreck am See. Mit jeder U-Bahn kommen Badegäste an", schreibt eine Anwohnerin der Mutter-Teresa-Straße. Erst kaufe man Getränke ein, dann gehe es lautstark mit Musikbegleitung an den See. Unterhaltungen und Musikbeschallung seien bis zur Mutter-Teresa-Straße hörbar. Noch heftiger gestalte sich der Heimweg: Die Feiernden, nun unter Alkohol, bekämen "sich auch noch lautstark in die Haare".

Anwohner ärgern sich über Müll und Fäkalien im Umfeld des Sees

Gerne nutzten sie dazu den Spielplatz vor der Wohnanlage, Gartenzaun und Mistweg würden als öffentliche Toilette missbraucht. "Zerbrochene Flaschen und Plastik ohne Ende liegen am nächsten Tag vorm Haus, um den See, im Park und auf den Wegen zur U-Bahn."

Ein Perlacher Senior, der gerne zum Schwimmen an den Riemer See radelt, berichtet gleiches. Müll überall im Park und am See, morgens, tagsüber und abends. "So was von versaut habe ich schon lange nicht gesehen! Ich will abends gar nicht mehr zum Schwimmen hingehen", so der Perlacher.

Eine Frühschwimmerin klagt: "Leider ist der See morgens oft von einer feinen Schmier- und Ascheschicht überzogen, weil Besucher dort ihre Shisha-Pfeifen auswaschen."

Party mit lauter Musik am Riemer See

Ernüchtert berichtet ein Bewohner, der 2019 auch wegen des Sees in die Messestadt gezogen ist, von großen Partys mit Bierbänken, Zelt und Open-Air-tauglichen Lautsprecherboxen. Das habe er der Polizei gemeldet. "Als der Streifenwagen auftauchte, wurde kurz vorher leise gedreht, der Einsatz galt als beendet. Eine Minute später ging die See-Beschallung weiter."

Später seien dann zeitgleich fünf Polizeiautos vorgefahren, da man den feiernden Gruppen anders wohl nicht Herr geworden wäre. Weitere Klagen der Messestädter: Scherben am Ufer, im See, auf Wiesen und Wegen. Niedergetrampelte Wasserpflanzen im Biotop am Südufer, in dem sogar gegrillt wird. Und wie jedes Jahr Klagen über Hundebesitzer, die ihre Tiere im See baden lassen, obwohl das verboten ist und Hinterlassenschaften ihrer Zamperl nicht wegräumen.

Nicht zuletzt stört die Messestädter der Parkplatz-Suchverkehr, denn viele sind der Ansicht "der See ist mit dem Rad gut erreichbar, niemand müsste daher mit dem Auto kommen."

Diskussionen um das richtige Vorgehen im Bezirksausschuss

Heftig diskutierte der BA, wie man die Beschwerden abarbeiten soll. Runde Tische forderten die Grünen, schnelles Verwaltungshandeln die anderen Fraktionen.

Individuelle Antworten statt der üblichen Eingangsbestätigungen, die Herbert Danner (Grüne) forderte, lehnte das Gremium ab. Stephanie Bachhuber (FDP) dazu: "Messestädter sind nicht wichtiger als andere Bürger, alle werden gleich behandelt!"

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