15 Tonnen Weltkriegsmunition im Zwerackerweg München Freimann: So sieht es ein Jahr später aus

Vor genau einem Jahr wurden 15 Tonnen Weltkriegsmuniton auf dem Grundstück einer Münchner Rentnerin gefunden. Noch immer ist unklar wer die Entsorgungskosten von rund einer Million Euro zahlen muss und die Rentnerin lebt nach wir vor auf einer Großbaustelle.
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Ein Jahr Freimanner Munitionsfund. Die Bilder von der Bergung und was aus dem Garten wurde.
Feuerwehr München 23 Ein Jahr Freimanner Munitionsfund. Die Bilder von der Bergung und was aus dem Garten wurde.
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NEWS5/Pieknik 23 Ein Jahr Freimanner Munitionsfund. Die Bilder von der Bergung und was aus dem Garten wurde.
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München - Melitta Meinbergers Albtraum will einfach kein Ende nehmen: Vor genau einem Jahr, Anfang März 2017, fanden Arbeiter auf dem Grundstück der 73-Jährigen in München Freimann eine gigantische Munitionsmüllhalde. Im Zwergackerweg waren rund 15 Tonnen Weltkriegsmunition vergraben. Heute – ein Jahr nach dem Fund – gleicht der Garten der Rentnerin, der für die Beseitigung der Munition komplett umgegraben werden musste, immer noch einer Baustelle. Da wo einst eine Holzhütte stand und saftiger Gras wuchs, liegt heute eine dicke Kiesschicht. "Wenn ich das hier sehe, werde ich immer noch unruhig", sagt Meinberger.

Die Rentnerin und rund 200 andere Bewohner Freimanns mussten im vergangenen Jahr, während Spezialkräfte des Kampfmittelräumdienstes eine zwanzig Meter lange und sechs Meter tiefe Grube im Meinbergers Garten aushoben und den explosiven Kriegsschrott beseitigten, ihre Häuser verlassen. Die Evakuierung und die Entschärfung der Weltkriegsmunition verschlangen sage und schreibe 1,5 Millionen Euro.

Hausbesitzerin will endlich mit der Sache abschließen können

Da immer noch nicht geklärt ist, wer diese Kosten trägt, ist das heute noch rund 60 Zentimeter tiefe Loch im Garten der 73-jährigen längst nicht ihr einziges Problem. Die Stadt München hat zwar die Kosten vorerst übernommen, will das Geld aber wieder zurück. Müsste Meinberger dafür aufkommen, würde es für sie den finanziellen Ruin bedeuten. Für ihren Anwalt Florian Englert ist die Sache klar: Für die Räumung der Kampfmittel muss der Bund, der die Nachfolgeorganisation des Dritten Reiches ist, aufkommen und nicht Meinberger, die nicht wusste, dass auf dem Grundstück, das schon ihre Vorfahren gekauft hatten, Kampfmittel gelagert sind. "Bisher ist noch unklar, ob die Bundesrepublik für die Kosten aufkommt. Für uns ist Warten angesagt, sollte sich die Stadt die Kosten von Frau Meinberger holen, müssen wir die Bundesregierung auf anderem Wege in die Pflicht nehmen", sagt der Anwalt.

Die Schäden an den Häusern der Nachbarn wurden mittlerweile schon beseitigt. Um die Schäden an Meinbergers Haus und ihrem Garten hat sich aber bisher noch niemand gekümmert. Laut Englert geht es hier um bis zu 80.000 Euro. Der Anwalt sieht auch hier die Bundesrepublik in der Pflicht: "Wenn ich fremdes Eigentum zerstöre, bin ich verpflichtet den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen." Ob der Bund für die Kosten aufkommen wird, steht noch in den Sternen. Meinberger wünscht sich währenddessen, dass sie endlich mit der Sache abschließen kann. "Hoffentlich wächst im Herbst hier wieder ein Grashalm", sagt die 73-Jährige.

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