Stadt München nicht begeistert: A Mass statt Hass in Bierzelten

Mitglieder der Königlich Bayerischen Antifa wollen Bedienungen mit Ansteckern ausstatten – auch auf der Wiesn. Die Stadt ist wenig begeistert.
| Jasmin Menrad
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Die Riederinger und ihre Kampagne bei der Ausgehetzt-Demo im Juli.
Jasmin Menrad Die Riederinger und ihre Kampagne bei der Ausgehetzt-Demo im Juli.

München - "Mass statt Hass“ ist eine Botschaft, die jedem Festwirt gefallen dürfte. Und doch bahnt sich um diese Botschaft jetzt Zoff an, denn sie stammt von der Ausgehetzt-Demo vom vergangenen Sonntag und soll nun auf die bayerischen Volksfeste getragen werden.

Bei der Demo hatten Zehntausende gegen Hetze und die Politik der CSU demonstriert. Unter den Demonstranten waren auch zehn Riederinger in Tracht mit ihren Schildern "Mi Heimat es su Heimat", "A Mass statt Hass" und "Grantl’n – Ja! Hetz’n – Nein!".

Sie erfuhren nicht nur auf der Demo viel Zuspruch, auch ihre Fotos wurden im Netz tausendfach geteilt.

Idee: Buttons mit Parolen im Bierzelt verteilen

Georg (29), einer der Demonstranten in Tracht, sagt: "Das hat uns selbst überrascht. Ich war mal CSU-Wähler, aber ich kann diese Politik nicht mehr vertreten." Zwei Bedienungen vom Gäubodenfest in Straubing waren so begeistert von den Parolen, dass sie zu den Riederingern Kontakt aufnahmen – um die Parolen auf Buttons zu drucken und im Festzelt zu verteilen.

Das setzte eine ganze Reihe von Ereignissen in Gang: Die Königlich Bayerische Antifa (die scherzhaft ihren Sitz in Neuschwanstein angibt) mit über zehntausend Facebook-Fans, klinkte sich bei der Aktion ein und forderte ihre Follower auf, für die Button-Aktion zu spenden.

Sprecher: "Wiesn ist eine werbe- und politikfreie Zone"

Es kam aber nicht nur Geld, sondern viel Zuspruch, vom katholischen Gemeindereferenten von Riedering etwa, aber auch von Festzelt-Bedienungen aus ganz Bayern. Sie wollen die Buttons im Festzelt am Dirndl oder Hemd tragen und an Gäste weiterschenken, wenn die sie auf die Buttons ansprechen.

So wie ein Münchner, der im zehnten Jahr auf dem Oktoberfest arbeitet und nun die Bedienungen in seinem Zelt vernetzt. Seit Donnerstag sollen es zehn sein, die bei der Aktion dabei sind. Die Stadt ist wenig begeistert. Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU) wollte sich nicht äußern. Ein Sprecher seines Wirtschaftsreferats sagte: "Die Wiesn ist eine werbe- und politikfreie Zone. Das soll auch so bleiben."

Die Königlich Bayerische Antifa findet: "Antirassismus ist nicht politisch, sondern grundmenschlicher Anstand. Das gibt man nicht am Eingang zum Bierzelt ab, so wie der Rassist seine Gesinnung auch nicht abgibt." 

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