Pünktlichkeit der S-Bahn: Verkehrsclub plädiert für ehrlichen Umgang mit Daten

Die Pünktlichkeit der S-Bahn soll stärker in den Fokus rücken und soll für Fahrgäste nachvollziehbar werden, fordert der Münchner Kreisverband im Verkehrsclub Deutschland.
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Eine S-Bahn fährt in München aus einem Tunnel. (Archivbild)
Eine S-Bahn fährt in München aus einem Tunnel. (Archivbild) © Frank Leonhardt/dpa

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) plädiert dafür, die Fahrgastsicht bei der S-Bahn-Pünktlichkeit deutlich stärker zu berücksichtigen und nimmt dabei den Freistaat in die Pflicht.

VCD: S-Bahn-Pünktlichkeit muss für Fahrgäste nachvollziehbar werden

"Die Pünktlichkeitsquote darf ausgefallene Züge nicht weiter ausklammern", wird Wolfram Liebscher, Sprecher des VCD München, in einer entsprechenden Mitteilung zitiert. Derzeit beinhalte sie keine ausgefallenen Züge: "Dies ist unverhältnismäßig, weil der Betreiber Züge besser ausfallen lässt, als mit Ersatzzügen zu reagieren."

Deutliche Vertragsstrafen für ausfallende Züge? 

Liebscher spricht sich für eine Verschärfung der Regeln aus: Die Zeit bis zur nächsten fahrbaren Verbindung müsse als Verspätung für jeden ausfallenden Zug in die Pünktlichkeitsquote einfließen. Denn der Fahrgast habe ja einen Zeitverlust – kein Grund, diesen nicht zu werten.

Der VCD formuliert weitere Forderungen und setzt sich für deutliche Vertragsstrafen für ausfallende Züge ein. Dabei müsse man jede Verspätungsminute werten, "denn bereits bei wenigen Minuten Verspätung gehen schon Anschlussverbindungen verloren".

VCD-Forderung: Daten über alle unpünktlichen oder ausfallenden Züge taggenau veröffentlichen

Zudem müsse man die Hauptverkehrszeit adäquat in der Pünktlichkeitsquote gewichten, also die stärkere Nutzung dieser Züge in die Betrachtung einfließen lassen. 

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Ein deutlicher Kritikpunkt des VCD ist auch der Umgang mit den Daten in der Statistik. Zum einen müssten die Daten über alle unpünktlichen oder ausfallenden Züge taggenau veröffentlicht werden. Das sei für Fahrgäste besonders wichtig, um geplante Verbindungen rechtzeitig kalkulieren zu können: "Derzeit ist dies so gut wie unmöglich, obwohl die Daten ja minutiös erfasst werden."

S-Bahn: VCD plädiert für ehrlichen Umgang mit der Pünktlichkeit

Dass S-Bahn-Statistiken erst bis zu acht Monate verspätet veröffentlicht werden, sieht VCD-Sprecher Christoph von Gagern als "deutlich verbesserungsbedürftig" an. Auf der Website der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) sei die Pünktlichkeit der S-Bahn für das zweite Halbjahr 2025 erst seit April 2026 abrufbar.

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Was mit dieser Verzögerung bezweckt werde oder warum es so lange dauert, die Daten aktuell nachzutragen, ließe nur unnötig Raum für Spekulationen. Ein "offener, ehrlicher Umgang mit der Pünktlichkeit", so betont Gagern, sei die erste und beste Voraussetzung für den Kampf gegen Unpünktlichkeit im S-Bahn-Netz: "Sonst ändert sich nichts." 

Der VCD hofft auch, dass mit Antritt des neuen Geschäftsführers Matthias Glaub ein verbessertes Pünktlichkeitsmanagement bei der S-Bahn München Einzug hält und das Thema im Sinne der Fahrgäste neu gedacht wird.

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei nach Angaben des Verbandes "der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben". Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße.

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