Sommer-Plan der Stadt: Terrassen-Plätze für alle

Mit ein paar Paletten und Bierbänken sollen sich Münchner im Sommer ihre kleinen Oasen schaffen - unkompliziert und ohne Konsumzwang.
| Christina Hertel
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Probesitzen am Pfanzeltplatz: SPD-Stadträtin Lena Odell.
Probesitzen am Pfanzeltplatz: SPD-Stadträtin Lena Odell. © SPD

München - Früher konnte man auf dem Platz vor den Riem Arcaden zumindest viele Menschen mit Einkaufstüten beobachten. Inzwischen gibt es dort allerdings nicht viel mehr zu sehen als grauen Beton und blaues Glas. Vielleicht aber gehört der Vorplatz des pandemiebedingt ausgestorbenen Einkaufszentrums bald zu jenen Orten in München, die diesen Sommer ein wenig schöner werden.

Anwohner könnten "Stadtterrassen" aufbauen 

Denn die SPD fordert gemeinsam mit ihrem Koalitionspartner, den Grünen, dass Anwohner für die nächsten Monate unkompliziert "Stadtterrassen" aufbauen können. Mit ein paar Paletten, mit Liegestühlen, Bierbänken und Sonnenschirmen sollen Anwohner in ihrer Nachbarschaft Plätze herrichten, auf denen sich jeder kostenlos und ohne Konsumzwang niederlassen kann. So erklärt die Stadträtin Lena Odell, die sich bei der SPD hauptsächlich um Jugendpolitik kümmert, den Antrag, den sie am Montag einreichen will. Die Idee stammt eigentlich von den Jusos, der Jugendorganisation der SPD.

Wo könnte es die neuen Terrassen geben?

Entstehen sollen diese Terrassen Odells Vorstellung nach vor allem auf Plätzen und Grünflächen, die bislang wenig genutzt werden. Das solle helfen, die Lage am Gärtnerplatz oder am Wedekindplatz, wo sich Hunderte Menschen treffen, zu entzerren.

Vorstellbar sei deshalb zum Beispiel der Platz vor den Riem Arcaden oder der Karl-Preis-Platz in Ramersdorf, "wo es zwar viel Fläche, aber wenig Charme gibt", wie es Odell ausdrückt.

Anwohner sollen selbst bauen und zimmern

Dort sollen sich dann Anwohner selbst Terrassen zusammenzimmern. Diese sollen es zwar aushalten, dass auf ihnen einen Sommer lang Münchner in der Sonne liegen. Doch im Herbst sollen sie dann aber auch schnell wieder abgebaut werden können.

Odell erhofft sich, dass das Kreisverwaltungsreferat für diesen Vorschlag bald eine Genehmigung erteilt. Den Aufbau der Terrassen sollen dann die Anwohner, lokale Vereine, Künstler oder Initiativen selbst in die Hand nehmen.

Stadt München will Anwohner nicht finanziell unterstützen

Geld solle die Stadt laut Odell dafür keines ausgeben. Denn dieses sitzt in der Corona-Krise ohnehin nicht mehr so locker. Höchstens könnten die Bezirksausschüsse, die auch über ein Budget verfügen, bestimmte Terrassen mitfinanzieren, meint Odell.

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"Doch selbst Bierbänke mit ein paar Blumentöpfen wären ein Gewinn", sagt sie. Anders als bei den sogenannten Parklets, also bei Parkplätzen, die zu Aufenthaltsbereichen umgestaltet werden, sollen die Anwohner keinen extra Antrag stellen müssen. Und anders als in den Schanigärten, die Gastronomen bewirten, soll man dort sitzen dürfen, ohne Geld ausgeben zu müssen.

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