Sommer in der Stadt: So wird die Ersatz-Wiesn in München

Mit einem bunten Programm verteilt auf ganz München will die Stadt vor allem auch Schaustellern helfen. Die AZ erklärt, was wann wo und wie geplant ist.
| Irene Kleber
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Auf der Theresienwiese hätte vom 19. September bis 4. Oktober 2020 das Oktoberfest stattgefunden. Das größte Volksfest der Welt wurde im April wegen der Corona-Pandemie abgesagt.
Felix Hörhager/dpa Auf der Theresienwiese hätte vom 19. September bis 4. Oktober 2020 das Oktoberfest stattgefunden. Das größte Volksfest der Welt wurde im April wegen der Corona-Pandemie abgesagt.

München - Es war plastisch und beklemmend, was Münchens Einzelhändler, Wirte, Hoteliers und Kulturleute gestern vor dem Wirtschaftsausschuss von ihren jeweiligen Chefs vortragen ließen: weggebrochene Aufträge, leere U-Bahnen, Flaniermeilen und Geschäfte – und kaum noch Touristen in der Stadt.

Allein in der Innenstadt fehlen täglich bis zu 25.000 Menschen, rechnete Handelsverbands-Chef Wolfgang Puff vor. Und Christian Schottenhamel, Wiesnwirt und München-Chef des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga berichtete, dass viele Hotels nur noch zu zehn oder 20 Prozent belegt seien und etliche mehr als 60 Prozent Umsatzeinbruch melden.

Stadtrat genehmigt "Sommer in der Stadt"

Wenn man jetzt nichts unternehme, um trotz Coronakrise, Wiesn- und Volksfestabsagen Menschen auch aus dem Umland wieder in die Stadt zurückzubringen, sagte Puff, werde das Laden- und Gaststättensterben in der Stadt "ganz, ganz böse" werden.

Umso begeisterter (und einstimmig) nahmen alle Fraktionen auf, was Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) ihnen gestern als Gesamtkonzept für den "Sommer in der Stadt" vorlegte – einen spektakulären Plan, der schon in zwei Wochen Schaustellern und Marktleuten Raum in der Stadt gibt, Touristen anlockt und den Münchnern Platz gibt für den "Urlaub dahoam". Die AZ erklärt, wie es aussehen soll.

Riesenrad im Olympiapark

Im Olympiapark soll ein Riesenrad aufgebaut werden, aus 55 Metern Höhe kann man von dort über die Stadt schauen. Dazu kommen Wiesn-Klassiker wie das Wildwasser-Rafting Rio Rapidos, ein Autoscooter und das Laufgeschäft Jumanji. Unter der Olympiahalle, über den Coubertinplatz und entlang des Olympiasees sollen sich Marktstände, Buden, Karusselle und Gastrobetriebe reihen.

Weil das Motto dort "Bayern" heißt, wird man auf den größten transportablen Maibaum der Welt treffen, auf die Familienachterbahn "Heidi", das Münchner Lach-Freu-Haus und einen bayerischen Gastro-Bereich mit Haxn und Brotzeit, Süßwarenstandl und ein Café, das Krapfen und Schmalzgebäck anbietet.

Auf der Halbinsel im Olympiasee wird ein Teilbereich von Mini-München aufgebaut und auf die Liegewiese der Schwimmhalle kommt das Kino am Olympiasee. Auch ein sechswöchiges Kulturprogramm mit einer Bühne für Musik, Klassik, Comedy und Familienentertainment ist geplant.

"Sommer in der Stadt": Königsplatz wird auch bespielt

Ein weiterer zentraler Sommerort wird der Königsplatz, auf dem ebenfalls ein Riesenrad stehen könnte. Voraussichtlich, so steht es im Plan, werden noch weitere Plätze für Schaustellergeschäfte folgen, etwa im Werksviertel, am Schneckenplatz oder auf der Fläche um den Friedensengel. Weitere Standl können auch in Biergärten stehen – 23 Biergärten haben schon Interesse bekundet.

Vor allem Marktleute, die sonst auf der Auer Dult stehen, wollen vier Plätze bespielen: den Mariahilfplatz, Orleans-, Weißenburger und Wittelsbacherplatz.

Erwartete Einwände gab es nur zum Plan für die Theresienwiese, wo ein Palmengarten mit Sand, eine Boulderwand, ein Tennisplatz, Bühnenprogramm und vieles mehr stattfinden soll. Wie berichtet, hatte der Circus Krone angeboten, dort sein Raubtiergehege aufzustellen und "kommentierte Löwenproben" zu zeigen. Das lehnte der Stadtrat ab, nun will man mit dem Zirkus über ein "tierfreies" Programm sprechen.

Sommer in der Stadt startet am 22. Juli

Losgehen soll’s am 22. Juli – wie auch schon das bereits abgesegnete Kulturprogramm. Mindestens bis zum Ende der Sommerferien, also Anfang September, soll der "Sommer in der Stadt" laufen. Nun sind die Anbieter am Zug. Sie müssen sich ihre Einzelpläne vom Kreisverwaltungsreferat genehmigen lassen.

Lesen Sie hier: Weitere Lockerungen - aber Bars bleiben dicht

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