"Soll der Blitz beim Schei**** treffen": Scharfe Worte an Kritiker nach Reiter-Diagnose
Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ist nach eigenen Angaben schwer erkrankt. "Leider habe ich in den letzten Wochen und Monaten körperliche Warnsignale ignoriert, Erkrankungen nicht auskuriert", ließ der SPD-Politiker über die Stadt mitteilen. Unmittelbar nach der Wahl habe er sich in Behandlung begeben. "Das Ergebnis ist nun eine doch ernsthaftere Erkrankung am Herz-Kreislauf-System, die mich neben medikamentöser Behandlung zu längerfristiger Ruhe und Erholung zwingt."
Der abgewählte Oberbürgermeister hatte sich nach seiner Niederlage in der Stichwahl am Sonntag nur kurz auf der SPD-Wahlparty blicken lassen und dort sein Karriereende angekündigt. Danach hieß es, Reiter sei bis auf Weiteres krankgeschrieben.

Der designierte neugewählte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) übernahm daraufhin die Amtsgeschäfte, Wochen vor seinem eigentlichen Amtsantritt am 1. Mai.
Auf der ersten Stadtratssitzung unter Beisein von Krause am Mittwochmorgen (24.3) vertrat er erstmals offiziell den krankgeschriebenen Reiter. Bei der Vollversammlung stieg Roland Hefter, Parteikollege des aktuell krankgeschriebenen Reiter, eine Sache besonders sauer auf. "Als Mitglied des Stadtrats hat es mich überrascht und menschlich irritiert, dass die neue Stadtspitze zu Beginn der Sitzung keine Genesungswünsche an Dieter Reiter richtete – ein Vorgang, der bei mir persönlich Fragen nach dem grundlegenden Anstand in der Politik aufwirft", so Hefter.

Auch in den Sozialen Medien ließ Hefter gegenüber denjenigen, die behauptet hätten, Reiter würde nur krank machen, seinem Frust freien Lauf. "Alle die ihm unterstellt haben, er mache krank, bzw. hat sich nur krankschreiben lassen, soll der Blitz beim schei**** treffen", so Hefters Wortwahl.
Krause meldet sich bei Reiter persönlich
Wie die AZ erfuhr, habe Dominik Krause erst nach dem Plenum aus der Presse von der Reiter-Diagnose erfahren. Daraufhin habe er dem noch amtierenden OB privat geschrieben und eine gute Besserung gewünscht. So teilt es Krauses Sprecher der AZ mit.
Auch Anne Hüber, Stadtratsmitglied für die SPD, springt für den abgewählten OB in die Bresche und verurteilt das aktuelle Reiter-Bashing aufs Schärfste. "Dass Christian Ude, Julian Nida-Rümelin und andere jetzt so brutal gegen Reiter nachtreten, empfinde ich menschlich als enttäuschend und politisch als einen Fehler. Woher kommt die Lust daran, mit so wenig Abstand zum Sonntag auf jemandem herumzutrampeln, der schon am Boden liegt. Es ist auch diese Seite von Politik, aufgrund derer sich viele, die eigentlich politisch gestalten möchten, angewidert abwenden", schreibt Hübner bei X (vormals Twitter).
Reiter plant Abschied
Sang- und klanglos will Reiter aber nicht verschwinden. "Selbstverständlich werde ich mich von den Münchnerinnen und Münchnern noch in geeigneter Form verabschieden und die Amtsgeschäfte persönlich an meinen Nachfolger übergeben", kündigte der 67-Jährige nun seiner offiziellen Erklärung an.
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