So wird der neue Radschnellweg in den Münchner Norden

Der Bau des Altstadt-Radlrings geht weiter. Im Sommer 2022 beginnt die Stadt, den Platz der Opfer des Nationalsozialismus umzubauen. Doch es gibt Kritik.
| Christina Hertel
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Der Odeonsplatz in diesen Wochen.
Der Odeonsplatz in diesen Wochen. © imago images/Lindenthaler

München - Es sei ein guter Tag für den Radverkehr - so kommentiert Andreas Schuster, der Rad-Experte der SPD, den Beschluss, den der Stadtrat am Mittwoch getroffen hat: Der Altstadt-Radlring wird ab Sommer 2022 weitergebaut. Zwischen Lenbachplatz und Platz der Opfer des Nationalsozialismus soll ein weiteres, 600 Meter langes Teilstück des Radwegs entstehen.

Der Ausbau des Radentscheids geht voran

2019 hatte die Initiative "Radentscheid" ein Bürgerbegehren gestartet und diesen Radweg gefordert - mit speziellen Anforderungen an die Sicherheit: Er solle mindestens 2,80 Meter breit sein. Und das setzt die Stadt nun um.

Dafür muss der Platz der Opfer des Nationalsozialismus umgebaut werden. Die Kreuzung Brienner Straße, Oskar-von-Miller-Ring, Maximiliansplatz soll dafür "vierarmig" geplant werden, heißt es in der Beschlussvorlage. Drei Spuren soll es dann dort für den Autoverkehr geben sowie Fahrradwege.

Der "Platanenplatz" kann entstehen

Dadurch lässt sich die Grünanlage erweitern, erklärt Schuster die Pläne. Denn heute trennt eine breite Straße die beiden Grünflächen, auf denen große Platanen stehen - und daher kommt auch der neue Name: "Platanenplatz". Das Areal würde enorm an Lebensqualität gewinnen, meint Schuster.

Auch sonst wird sich in der Gegend in den nächsten Jahren einiges tun. Zum Beispiel, so stellt es die Verwaltung in ihren Unterlagen in Aussicht, sei es denkbar, die Brienner Straße am Odeonsplatz ganz für den Autoverkehr zu sperren.

Wie der Bereich zwischen Odeonsplatz bis zur Von-der-Tann-Straße einmal aussehen soll, soll ein Gestaltungswettbewerb klären (AZ berichtete). So beschloss es der Stadtrat mehrheitlich auf einen Antrag der Grünen und der SPD hin.

Die CSU kritisiert die Rad-Pläne

Vor allem vor dem Hofgarten sei wenig Platz für Radfahrer und Fußgänger, sagt Schuster. Er erhofft sich, dass es gelingt, etwa durch Farbkonzepte, die Situation klarer zu machen.

Der Odeonsplatz, wie er einmal aussehen könnte.
Der Odeonsplatz, wie er einmal aussehen könnte. © Visualisierung: Peter Schmid, Richard Weiss

Fest steht aber bereits, dass die Radwege überall 2,80 Meter breit sein sollen, sagt Schuster. Ob das auch in der Von-der-Tann-Straße möglich ist, war zuerst fraglich. Die Lösung, die das Mobilitätsreferat nun präsentierte: Es soll eine Linksabbiegespur von der Ludwigstraße in die Von-der-Tann-Straße entfallen. Zusätzlich zu den Radwegen können dann die beiden Gehwege etwas verbreitert werden.

Kritik an diesen Plänen kommt von der CSU. Denn alleine für diesen 600 Meter langen Abschnitt des Radwegs zwischen Lenbachplatz und Platz der Opfer des Nationalsozialismus gibt die Stadt 13,4 Millionen Euro aus.

22 Millionen Euro für einen Kilometer Radweg

Für die Umgestaltung des Odeonsplatzes und der Ludwigstraße kommen voraussichtlich mehr als 8,6 Millionen Euro hinzu. Das macht insgesamt 22 Millionen Euro. "Das ist Wahnsinn für einen nicht mal einen Kilometer langen Radweg", sagt Pretzl.

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Zumal ein Kilometer Trambahn-Linie auch zwischen zehn und 20 Millionen Euro koste. Die Brienner Straße wurde erst vor wenigen Jahren umgestaltet und zur Einbahnstraße. Doch als fast noch schlimmer bewertet Pretzl die Folgen für den Verkehr: Er rechnet damit, dass es durch den Entfall der Fahrspuren, zu langen Staus kommen könnte.

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