So will die Münchner Polizei die Besucher des Oktoberfests vor Drohnen schützen

Millionen Besucher, dichtes Gedränge, volle Bierzelte und zahlreiche Fahrgeschäfte: Schon in normalen Zeiten ist Sicherheit auf der Wiesn ein sensibles Thema. Kurz vor dem Start des Oktoberfests rückt nun eine Bedrohung besonders in den Fokus der Münchner Sicherheitsbehörden: Drohnen am Himmel. Seit am Leipziger Flughafen im Sommer Sprengstoffdrohnen aufgetaucht sind, stellt sich auch in München die Frage, wie gut das größte Volksfest der Welt gegen Angriffe aus der Luft geschützt ist.
Polizei rüstet bei der Drohnenabwehr auf
Technische Möglichkeiten zur Drohnenabwehr gibt es inzwischen etliche. Spezialeinsatzkommandos der Polizei verfügen über sogenannte Jammer. Die Geräte erinnern äußerlich an eine Bazooka. Mit ihnen kann eine anfliegende Drohne ins Visier genommen werden. Der Jammer stört elektronisch die Funkverbindung zwischen Drohne und Controller – im Idealfall wird das Fluggerät dadurch zur Landung gezwungen.
Spezialkräfte stehen bereit
Auch während des Oktoberfests sollen solche Systeme 16 Tage lang bereitstehen. "Sie sind im Einsatz", sagte Münchens Vize-Polizeipräsident Christian Huber am Mittwoch bei der Vorstellung des erneut verschärften Sicherheitskonzepts für die Wiesn. Die Drohnenabwehr sei primär Aufgabe der Polizei, betonte Huber.
Im Frühjahr wurde in Erding das neue Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrum (DKAZ) eröffnet. Ziel der Einrichtung ist es, Bedrohungen aus der Luft schneller, entschiedener und wirksamer zu begegnen. Wie genau das während der 16 Tage auf der Theresienwiese geschehen soll, dazu schweigt der Polizeivizepräsident. Er wolle nicht ins Detail gehen, sagte Huber. "Das sind Punkte, die der Einsatztaktik unterliegen. Wir können und wollen nicht darüber sprechen."
Das Wettrüsten der Drohnenbauer
Auch auf Nachfrage bleibt Huber vage: "Wir sind meines Erachtens gut aufgestellt. Der Drohnenmarkt ist sehr schnelllebig in der Entwicklung. Es wäre blauäugig, zu sagen, alle Systeme auf dem Schirm zu haben."
Der Vorfall am Leipziger Flughafen zeigt, wo die Schwächen der Abwehr liegen. Die Täter nutzten bei der Steuerung der Drohnen offenbar Funkfrequenzen außerhalb der üblichen Kanäle. Wird eine Drohne über Mobilfunk gesteuert, muss sich der Pilot nicht einmal in der Nähe der Theresienwiese aufhalten – theoretisch genügt eine stabile Internetverbindung. Die Technik entwickelt sich rasant, ihre Abwehr wird immer schwieriger. Das zeigt auch der Krieg in der Ukraine.
Drohnenpiloten drohen hohe Strafen
Trotz der Flugverbotszone rund um die Theresienwiese tauchen während der Wiesn jedes Jahr Drohnen am Himmel auf. Die Sperrzone gilt auch diesmal wieder in einem Radius von 5,6 Kilometern und bis in eine Höhe von zehn Kilometern. Während der Wiesn versuchen Polizisten, die Piloten, die sich meist in der Nähe befinden, zu orten und sie zu zwingen, ihre Drohne zu landen. Ein Abschuss kommt dagegen nicht infrage: Herabfallende Trümmer könnten Menschen verletzen – im schlimmsten Fall eine Massenpanik auslösen. Trotz Flugverbotszone erwischt die Polizei jedes Jahr Drohnenpiloten. 2025 waren es rund 20.