So will die CSU München zum Corona-Forschungszentrum machen

Zu wenig Impfstoff, eine zu niedrige Impfbereitschaft und eine Mutation des Virus macht München Sorgen. Ein Forschungsverbund soll helfen.
| Christina Hertel
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Ein Forschungsverbund soll positive Covid-Proben aus München analysieren und Mutationen nachverfolgen. (Symbolbild)
Ein Forschungsverbund soll positive Covid-Proben aus München analysieren und Mutationen nachverfolgen. (Symbolbild) © Michael Kappeler/dpa/Symbolbild

München - Gerade mal 9.000 Impfdosen hat München bis jetzt erhalten. Doch 120.000 Menschen gehören der höchsten Priorisierungsstufe an. Diese Zahlen gab die Stadt nun bekannt.

OB Reiter warnt: Deutlich schneller mehr Impfstoff

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter warnt deshalb: "Wir müssen jetzt endlich deutlich schneller deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung gestellt bekommen." Ansonsten werde die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nicht umzusetzen sein, "dass alle Impfwilligen bis Jahresmitte auch geimpft werden können."

Bis jetzt haben die Impfteams 4.000 Dosen an Bewohner und Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen verimpft, rund 5.000 Impfdosen haben nach Angaben der Stadt die Münchner Kliniken erhalten. Bis Ende Januar soll München weiter 25.000 Impfdosen bekommen. Doch diese reichen nur für die Hälfte der Menschen, weil immer zweimal geimpft werden muss.

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Stand der Impfungen täglich bekannt geben

Um den Bürgern Hoffnung zu geben, fordert die FDP die Stadt in einem aktuellen Antrag dazu auf, den Stand der Impfungen täglich bekannt zu geben. Sorge bereitet dem CSU-Stadtrat und Mediziner Hans Theiss hingegen, dass sich viele Menschen gar nicht impfen lassen wollen. Um die Bereitschaft zu erhöhen, will er, dass die Stadt über Radio- und Fernsehspots, Social-Media und Anzeigen in den lokalen Zeitungen die Menschen zum Impfen motiviert.

CSU-Politiker Prof. Dr. med. Hans Theiss. (Archivbild)
CSU-Politiker Prof. Dr. med. Hans Theiss. (Archivbild) © imago images/HRSchulz

Zudem fordert Theiss, dass in München mehr über die Corona-Mutationen geforscht werden soll. Großbritannien und Südafrika traten Varianten des Corona-Virus auf, die inzwischen auch in Deutschland nachgewiesen wurden. "Offenbar sind diese Virus-Varianten ansteckender", sagt Theiss. Und das könne zu einer Überlastung in den Krankenhäusern führen. Um mehr über die Mutationen zu erfahren, ruft er die Stadt auf, so schnell wie möglich einen Forschungsverbund zu gründen.

Forschungsverbund soll Mutationen nachverfolgen

Dieser soll aus dem Freistaat, den beiden Universitäten, der München-Kliniken und geeigneten Laboren bestehen. Dieses soll positive Covid-Proben aus München analysieren und Mutationen nachverfolgen. Vorstellbar sei aus seiner Sicht, dass Biologen oder auch Experten im Bereich der künstlichen Intelligenz zusammenarbeiten. Tatsächlich forschen bereits viele Wissenschaftler in München zu Corona.

Zum Beispiel gibt es an der Technischen Universität fünf Projekte zur Erforschung neuer Wirkstoffe. Wissenschaftler wollen unter anderem mit Computertomographien von Covid-19-Patienten lernen, das Risiko ihrer Erkrankung abzuschätzen. Zudem gründete das bayerische Wissenschaftsministerium den Forschungsverbund FOR-COVID. Sprecherin ist eine Virologin der Technischen Universität.

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