So viel würde Münchner Kultur ohne Subventionen kosten

Ein Besuch im Theater, ein klassisches Konzert oder eine Ausstellung im Museum – ganz schön teuer das alles. Ohne die Zuschüsse der Stadt müsste man aber gleich noch viel mehr Geld hinlegen
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DEUTSCHES THEATER: Das Deutsche Theater ist der Musterbetrieb unter den Münchner Theatern. Es deckt seine Kosten zu 97,4 Prozent selbst. Pro Karte musste die Stadt 2015 nur 1,14 Euro zuschießen.
AZ-Archiv 10 DEUTSCHES THEATER: Das Deutsche Theater ist der Musterbetrieb unter den Münchner Theatern. Es deckt seine Kosten zu 97,4 Prozent selbst. Pro Karte musste die Stadt 2015 nur 1,14 Euro zuschießen.
KAMMERSPIELE: Die Kammerspiele sind ein kostspieliger Zuschussbetrieb. Jede Karte subventioniert die Stadt mit fast 286 Euro. Zur Ehrenrettung sei jedoch gesagt: Von diesem Geld geht auch einiges weiter an die Schauburg und die Otto-Falckenberg-Schule.
AZ-Archiv 10 KAMMERSPIELE: Die Kammerspiele sind ein kostspieliger Zuschussbetrieb. Jede Karte subventioniert die Stadt mit fast 286 Euro. Zur Ehrenrettung sei jedoch gesagt: Von diesem Geld geht auch einiges weiter an die Schauburg und die Otto-Falckenberg-Schule.
PHILHARMONIKER: Auch nicht gerade günstig: die Münchner Philharmoniker. 18,7 Millionen Euro hat die Stadt 2015 zugeschossen. Bei knapp 190 000 Besuchern macht das gut 100 Euro pro Karte, die aus dem Stadtsäckel zugeflossen sind.
AZ-Archiv 10 PHILHARMONIKER: Auch nicht gerade günstig: die Münchner Philharmoniker. 18,7 Millionen Euro hat die Stadt 2015 zugeschossen. Bei knapp 190 000 Besuchern macht das gut 100 Euro pro Karte, die aus dem Stadtsäckel zugeflossen sind.
STADTBIBLIOTHEK: Ohne Steuergeld gäbe es die Stadtbibliotheken sicher nicht. Nur 8,6 Prozent ihrer Ausgaben holen die städtischen Büchereien über Gebühren auch wieder rein. Pro ausgeliehenes Medium macht das einen Zuschuss von 3,23 Euro.
AZ-Archiv 10 STADTBIBLIOTHEK: Ohne Steuergeld gäbe es die Stadtbibliotheken sicher nicht. Nur 8,6 Prozent ihrer Ausgaben holen die städtischen Büchereien über Gebühren auch wieder rein. Pro ausgeliehenes Medium macht das einen Zuschuss von 3,23 Euro.
STADTMUSEUM: Das Stadtmuseum war 2015 sehr beliebt. Mit 172 021 Besuchern kamen gut 30 000 mehr als im Jahr zuvor. Von Kostendeckung war das Museum trotzdem weit entfernt. Pro Eintrittskarte legte die Stadt 86,62 Euro drauf.
AZ-Archiv 10 STADTMUSEUM: Das Stadtmuseum war 2015 sehr beliebt. Mit 172 021 Besuchern kamen gut 30 000 mehr als im Jahr zuvor. Von Kostendeckung war das Museum trotzdem weit entfernt. Pro Eintrittskarte legte die Stadt 86,62 Euro drauf.
SING- und MUSIKSCHULE: Ohne städtisches Sponsoring könnten sich nur die Gutverdiener leisten, ihre Kinder auf die Sing- und Musikschule zu schicken. Bei jedem der 9213 Schüler kamen 2015 genau 469,34 Euro aus dem Stadtsäckel.
AZ-Archiv 10 SING- und MUSIKSCHULE: Ohne städtisches Sponsoring könnten sich nur die Gutverdiener leisten, ihre Kinder auf die Sing- und Musikschule zu schicken. Bei jedem der 9213 Schüler kamen 2015 genau 469,34 Euro aus dem Stadtsäckel.
VOLKSTHEATER: Das Volkstheater hatte 2015 rund 110 000 Besucher. Die zahlten bis zu 34 Euro für eine Karte. Zum Betrieb gelangt hat das allerdings nicht ganz, die Stadt musste 8,2 Millionen zuschießen. Das macht pro Ticket: 74,21 Euro.
AZ-Archiv 10 VOLKSTHEATER: Das Volkstheater hatte 2015 rund 110 000 Besucher. Die zahlten bis zu 34 Euro für eine Karte. Zum Betrieb gelangt hat das allerdings nicht ganz, die Stadt musste 8,2 Millionen zuschießen. Das macht pro Ticket: 74,21 Euro.
VOLKSHOCHSCHULE: Bis zu 200 Euro kostet ein Kurs an der Münchner Volkshochschule. Die Kosten decken aber auch diese Preise nicht. Jede Doppelstunde, die ein Kursteilnehmer absolviert hat, musste die Stadt 2015 mit 4,35 Euro subventionieren.
AZ-Archiv 10 VOLKSHOCHSCHULE: Bis zu 200 Euro kostet ein Kurs an der Münchner Volkshochschule. Die Kosten decken aber auch diese Preise nicht. Jede Doppelstunde, die ein Kursteilnehmer absolviert hat, musste die Stadt 2015 mit 4,35 Euro subventionieren.
TIERPARK HELLABRUNN: Mit zwei Millionen Besuchern war der Tierpark Hellabrunn 2015 bei den Münchnern nicht ganz so beliebt wie im Jahr zuvor. Die Stadt musste trotzdem nur mit 2,1 Millionen Euro aushelfen. Das macht pro Besucher 1,02 Euro.
AZ-Archiv 10 TIERPARK HELLABRUNN: Mit zwei Millionen Besuchern war der Tierpark Hellabrunn 2015 bei den Münchnern nicht ganz so beliebt wie im Jahr zuvor. Die Stadt musste trotzdem nur mit 2,1 Millionen Euro aushelfen. Das macht pro Besucher 1,02 Euro.
OLYMPIAPARK: Veranstaltungen im Olympiapark waren 2015 sehr gut besucht. 3,5 Millionen bevölkerten die Hallen und Arenen. Die Stadt musste trotzdem 3,5 Millionen Euro zuschießen. Das macht pro Besucher 4,84 Euro.
AZ-Archiv 10 OLYMPIAPARK: Veranstaltungen im Olympiapark waren 2015 sehr gut besucht. 3,5 Millionen bevölkerten die Hallen und Arenen. Die Stadt musste trotzdem 3,5 Millionen Euro zuschießen. Das macht pro Besucher 4,84 Euro.

Die Stadt München kehrt die Straßen, reinigt unser Abwasser und holt regelmäßig den Müll ab – klassische kommunale Aufgaben. Was viele allerdings nicht wissen: Die Stadt subventioniert auch das kulturelle Leben jedes Jahr mit Millionensummen. Über die Feiertage hat Kämmerer Ernst Wolowicz (SPD) mal wieder die Bücher gefilzt. Am Mittwoch hat er nun Bilanz gezogen: Was kostet ein Besuch im Tierpark Hellabrunn, im Volkstheater oder in der Philharmonie – und was würde er kosten, wenn die Stadt zu den Eintrittspreisen nichts zuschießen würde?

Das ernüchternde Ergebnis: Viele Münchner, deren Geldbeutel nicht so dick gepackt ist, könnten sich ohne den Obulus aus dem Stadtsäckel so Dinge wie Theater, Konzerte oder Museum gar nicht leisten. Ein Ticket fürs Volkstheater zum Beispiel kostet auch so schon zwischen zwölf und 34 Euro. Den Zahlen aus 2015 zufolge (für 2016 liegen die Jahresabschlüsse noch nicht vor) wären ohne das Sponsoring der Stadt aber für jede Karte sage und schreibe 74,21 Euro mehr fällig gewesen.

Viele kulturelle Einrichtungen tragen sich nur zu einem geringen Prozentsatz selbst. Die Philharmoniker zum Beispiel erwirtschaften nur knapp 28 Prozent ihrer Kosten – und das bei schon recht satten Preisen. Würde man da kostendeckend arbeiten wollen, müsste man die Tarife in unzumutbarer Höhe anheben.

Der Kämmerer zieht Bilanz - Eine Milliarde Überschuss: So reich ist München

Anders als bei Aufgaben wie Müllbeseitigung, Abwasserentsorgung und Straßenreinigung ist die Stadt bei kulturellen Angeboten nicht gesetzlich verpflichtet, schwarze Nullen zu schreiben. Andernfalls wären viele Münchner auch vom öffentlichen Leben quasi ausgeschlossen.

Die AZ hat oben in der Bilderstrecke eine Auswahl der wichtigsten Zuschüsse (in der Regel je Eintrittskarte) aufgelistet. Wenn man das nächste Mal den Drang verspürt, über Preise zu meckern, kann man sich so schön vor Augen halten, wie viel man für die Karten eigentlich hätte bezahlen müssen.

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