So sieht's aus im sanierten Palais Montgelas im Bayerischen Hof

Die historischen Räume im Palais Montgelas, das seit 1969 Teil des Hotels Bayerischer Hof ist, sind umfassend renoviert worden. Schauen Sie mal!
| Thomas Müller
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Prunkstück im zweiten Stock des Palais Montgelas: der sogenannte Königssaal mit seinen aufwendigen Stuckaturen und raumhohen Spiegeln im Stil von Louis XV.
Hotel Bayerischer Hof / Daniel Schvarcz 12 Prunkstück im zweiten Stock des Palais Montgelas: der sogenannte Königssaal mit seinen aufwendigen Stuckaturen und raumhohen Spiegeln im Stil von Louis XV.
Das Palais Montgelas am Promenadeplatz.
AZ-Archiv 12 Das Palais Montgelas am Promenadeplatz.
Der Watteausalon - mit Wandpanelen aus einem Schloss bei Versailles.
Hotel Bayerischer Hof / Daniel Schvarcz 12 Der Watteausalon - mit Wandpanelen aus einem Schloss bei Versailles.
Das Ministerzimmer: Hier residierte einst Nuntius Pacelli (später: Papst XII.)
Hotel Bayerischer Hof / Daniel Schvarcz 12 Das Ministerzimmer: Hier residierte einst Nuntius Pacelli (später: Papst XII.)
Montgelas-Saal: smaragdgrüne Stofftapeten und historisches Parkett.
Hotel Bayerischer Hof / Daniel Schvarcz 12 Montgelas-Saal: smaragdgrüne Stofftapeten und historisches Parkett.
Der Gelbe Salon - mit moderner Kunst des Fotografen Laziz Hamani.
Hotel Bayerischer Hof / Daniel Schvarcz 12 Der Gelbe Salon - mit moderner Kunst des Fotografen Laziz Hamani.
Gediegen: die Bibliothek mit ihrer Eichenvertäfelung aus einem Loire-Schloss.
Hotel Bayerischer Hof / Daniel Schvarcz 12 Gediegen: die Bibliothek mit ihrer Eichenvertäfelung aus einem Loire-Schloss.
Blauer Salon: Medici-Vase und ein Halbporträt von 1680.
Hotel Bayerischer Hof / Daniel Schvarcz 12 Blauer Salon: Medici-Vase und ein Halbporträt von 1680.
Der Mozart Salon: antiker Sekretär und der Blauton "Stone Blue".
Hotel Bayerischer Hof / Daniel Schvarcz 12 Der Mozart Salon: antiker Sekretär und der Blauton "Stone Blue".
Der Portrait Salon besticht durch kräftiges Rot und alte Gemälde.
Hotel Bayerischer Hof / Daniel Schvarcz 12 Der Portrait Salon besticht durch kräftiges Rot und alte Gemälde.
Scottish Salon: üppiges Grün, Jagdstilleben und ein antiker Schreibtisch.
Hotel Bayerischer Hof / Daniel Schvarcz 12 Scottish Salon: üppiges Grün, Jagdstilleben und ein antiker Schreibtisch.
Der Visconti Salon mit seinen wertvollen, floralen Wandpanelen.
Hotel Bayerischer Hof / Daniel Schvarcz 12 Der Visconti Salon mit seinen wertvollen, floralen Wandpanelen.

München - Sehr viel von den alten Adels-Palästen in der Altstadt haben die ungeheuren Zerstörungen des Kriegs - und der Abriss erhaltenswerter Reste in den 50er und 60er Jahren - ja nicht übrig gelassen. Immerhin aber, ein paar gibt's freilich noch. Einer davon ist das klassizistische Palais Montgelas, das seit 1969 zum benachbarten Hotel Bayerischer Hof gehört. Und dessen 14 historische Innenräume jetzt umfassend renoviert worden sind. Das Ergebnis ist außergewöhnlich sehenswert.

Palais Montgelas: Für 1,7 Milllionen Euro renoviert

Hotelchefin Innegrit Volkhardt hat 1,7 Millionen Euro in das soeben abgeschlossene Projekt investiert. Und den international renommierten Inneneinrichter, Kunstsammler und Antiquitätensammler Axel Vervoordt mit dem Projekt beauftragt. Der Belgier hatte bereits Um- bzw. Neubau der beiden Restaurants, des Kinos, der Palaishalle, des Nord- und Südflügels sowie des Palais-Kellers verantwortet.

"Gegenwart ist für mich wie auch für Vervoordt die Mischung aus Vergangenheit und Zukunft, Bewahren weit mehr als nur eine Pflicht", sagt die Hotelchefin, "beides gekonnt zu vereinen ist das Talent von Axel Vervoordt".

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Vervoordt: "Symbiose zwischen Moderne und Klassik"

Und der derart über den grünen Klee Gelobte meint dazu: "Wir wollten, dass die Räumlichkeiten erhalten bleiben, wie sie einst existiert haben, jedoch eine Symbiose zwischen Moderne und Klassik entsteht."

Konkret wurden in den Innenräumen sämtliche Teppiche entfernt und durch Parkett ersetzt, Wände erhielten ein neues Farbkonzept, alle vorhandenen Wandtäfelungen und Kunstwerke wurden mit wertvollen Antiquitäten und edlen Stoffen neu arrangiert.

Der Portrait Salon besticht durch kräftiges Rot und alte Gemälde.
Der Portrait Salon besticht durch kräftiges Rot und alte Gemälde. © Hotel Bayerischer Hof / Daniel Schvarcz

Alte Porträts und Gemälde entstammen zum Teil aus der Privatsammlung der Familie Volkhardt. Elegante klassische Kronleuchter, allesamt aus dem Bestand des alten Palais, setzen die Räumlichkeiten dabei ins rechte Licht.

Schlossambiente am Bayerischen Hof

Mit der Projektleitung war der Münchner Architekt Gregor Baur beauftragt, der sich fast hymnisch über das herausgeputzte Ensemble äußert: "Bis auf den Parkettboden, der sich an historischen Originalen orientiert, war alles vorhanden, was ein Schloss ausmacht. Sogar die historischen Möbel und Gemälde waren im Hotel verteilt und bilden jetzt wieder ein harmonisches Arrangement."

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Montgelas Palais - Haus-Geschichte seit 1433

Das Palais Montgelas wurde unter Einbeziehung älterer Bebauung (so etwa eines barocken Palais sowie eines alten Salzstadels von 1433, dessen Gewölbe im Palais-Keller erhalten geblieben sind) in klassizistischen Formen 1810 bis 1813 von Emanuel Joseph von Herigoyen errichtet, innen wurde es von Jean Baptiste Métivier ausgestaltet. Auftraggeber war der bayerische Super-Minister Graf Maximilian von Montgelas. Besonders wertvoll sind die im zweiten Stock gelegenen Repräsentationsräume aus der Bauzeit.

Bereits 1817 kaufte der bayerische Staat das Gebäude. Von 1825 an (bis 1918) diente das Gebäude als Ministerium. 1876 wurde das ursprünglich zweistöckige Haus aufgestockt. Nach 1920 diente der Bau als Bürogebäude, in der NS-Zeit war hier die bayerische Staatskanzlei untergebracht. In der Bombennacht am 24./25. April 1945 erlitt das Gebäude Dachschäden, blieb aber recht gut erhalten. Schon 1946 zog das Erzbischöfliche Ordinariat hier ein, bis 1962 wurden von hier aus die Amtsgeschäfte der Erzdiözese München und Freising erledigt.

Das Palais Montgelas am Promenadeplatz.
Das Palais Montgelas am Promenadeplatz. © AZ-Archiv

Palais stand sieben Jahre leer

Danach war erst mal Schluss: Sieben Jahre lang stand der arg sanierungsbedürftige Prachtbau leer, bis ihn 1969 der Hotelier Falk Volkhardt vom Freistaat erwarb. In den Jahren 1971/72 ließ der Vater der heutigen Hotelbesitzerin den Bau von Wiederaufbau-Architekt Erwin Schleich und dem Innenarchitekten Siegward Pilati für den Hotelbetrieb ausbauen. Kurz vor Beginn der Olympischen Spiele 1972 war die Eröffnung.

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