"So leer waren unsere Kassen noch nie": Bringt das Geldbeutelwaschen doch etwas?
Seit Jahrzehnten gibt es in München eine Tradition: Die Stadtspitze hält Geldbeutel in den Fischbrunnen vor dem Rathaus - und hofft auf einen Geldsegen.
Begonnen haben diesen Brauch vor Jahrhunderten allerdings nicht die Regierenden, sondern das Dienstpersonal, das seinen Herrschaften zeigen wollte, wie leer ihre Geldbeutel nach dem Fasching waren.
"Das will mir nicht in den Kopf"
Vergangenes Jahr fand das Geldbeutelwaschen nicht statt, weil kurz vorher ein Mann einen Anschlag auf eine Demo von Verdi verübte, bei der eine Frau und ihre Tochter starben.
Womöglich bringt dieser Brauch doch etwas, munkelte OB Dieter Reiter (SPD) am Mittwoch auf dem Marienplatz: "So leer wie in diesem Jahr, in dem das Geldbeutelwaschen ausfiel, waren unsere Kassen jedenfalls noch nie."
Tatsächlich war es Ende 2024 für das Rathaus schwer, einen genehmigungsfähigen Haushalt aufzustellen. Um die laufenden Kosten (etwa das Personal) zu bezahlen, darf das Rathaus keine Schulden machen. Allerdings bleiben derzeit bloß 31 Millionen Euro übrig - trotz Steuereinnahmen von 9,5 Milliarden Euro.
"Wie das nicht reichen kann, will mir nicht in den Kopf", sagt OB-Kandidat Clemens Baumgärtner von der CSU. Um die Finanzen der Stadt zu verbessern, fordert er: Gebäude dürften nicht mehr im "Goldstandard" gebaut werden. Tatsächlich baut die städtische Wohnungsbaugesellschaft " aktuell fast doppelt so teuer wie die Berliner Wohnungsbaugesellschaft.
Da will auch der OB ansetzen. Und er will: weniger Gestaltungswettbewerbe, weniger Aufträge für externe Juristen und beim Personal will er sparen. In seiner Amtszeit seien 10.000 Stellen geschaffen worden. Einen solchen Personalaufbau werde es in Zukunft nicht mehr geben, kündigte er an.
Dass das Rathaus sparen muss, sieht auch der OB-Kandidat der Grünen B Dominik Krause so. Allerdings sei auch wichtig, zu investieren: in ÖPNV und Klimaschutz.
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