So könnte München Millionen an Plastikflaschen einsparen

Seit 2019 gibt es in Deutschland eine Mehrwegquote von mindestens 70 Prozent für Getränkeflaschen, die jedoch kaum erfüllt wird. Eine Gewerkschaft hat nun ausgerechnet, wie viele PET-Flaschen Münchner einsparen könnten, wenn die Mehrwegquote eingehalten würde.
| Bettina Funk
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Aufgrund des hohen Recycling-Aufwands sind Plastikflaschen bei weitem nicht so umweltfreundlich wie wiederbefüllbare Glasflaschen. (Symbolbild)
imago/Westend61 Aufgrund des hohen Recycling-Aufwands sind Plastikflaschen bei weitem nicht so umweltfreundlich wie wiederbefüllbare Glasflaschen. (Symbolbild)

München - Millionen Einwegflaschen könnten im Landkreis München pro Jahr eingespart werden. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) errechnet. Seit dem 1. Januar 2019 gibt es in Deutschland eine Mehrwegquote für Getränkeflaschen. Diese besagt, dass mindestens 70 Prozent der angebotenen Flaschen wiederbefüllbar sein sollen. Bisher wurden jedoch deutlich weniger Mehrwegflaschen bei Mineralwasser und Erfrischungsgetränken verwendet – nach Angaben des Umweltbundesamts hielten sie zuletzt lediglich einen Anteil von 33 Prozent.

München könnte 34 Millionen Plastikflaschen einsparen

Wenn die Mehrwegquote von 70 Prozent eingehalten werden würde, könnten so im Kreis München ganze 34 Millionen Plastik-Einwegflaschen gespart werden. "Einwegflaschen drücken massiv auf die heimische Umweltbilanz", sagt Tim Lünnemann, Geschäftsführer der NGG München. "Denn die Plastikflaschen, auf die es 25 Cent Pfand gibt, werden nach nur einer Benutzung zerschreddert und aufwendig recycelt". Eine Glasflasche hingegen kann bis zu 50 Mal wiederbefüllt werden und ist somit deutlich umweltfreundlicher.

Bei der Ökobilanz ersetzt laut NGG eine 0,7-Liter-Flasche aus Glas 37 PET-Ein-Liter-Flaschen. Die NGG ruft deshalb die Getränkehersteller und den Handel dazu auf, den "Einweg-Trend auf Kosten von Umwelt und Jobs" zu beenden. Bisher müssen Hersteller, die die Mehrwegquote nicht einhalten, mit keinerlei Konsequenzen rechnen. Auch das kritisiert die NGG.

Freistaat Bayern setzt sich gegen Plastikmüll ein

"Umweltministerin Svenja Schulze sollte rasch einen Mehrweg-Gipfel einberufen und sich dafür einsetzen, dass ein Verstoß gegen die Quote Konsequenzen hat", meint Tim Lünnemann. Auch der Freistaat will sich gegen Plastikmüll einsetzen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat gestern einen neuen Forschungsbericht zum Vorkommen von Mikroplastik in bayerischen Seen veröffentlicht.

Mikroplastik (Teilchen kleiner als 5 mm) wurde in allen untersuchten Gewässern nachgewiesen. Die Staatsverwaltung will daher nun bei der Nutzung ihrer Grundstücke und Einrichtungen sowie bei Veranstaltungen des Freistaats mit gutem Beispiel vorangehen und auf Plastiktüten und Einweg-Plastik verzichten.

Hoher Mehrweganteil bei Bierflaschen

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) sagte dazu: "Wir müssen den Umgang mit Plastik komplett überdenken." Übrigens: Eine Ausnahme bei den geringen Mehrweganteilen bildet allein Bier. Dort liegt der Mehrweganteil der Flaschen trotz der Konkurrenz durch Dosen noch bei knapp 82 Prozent.

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