Sinkende Verkaufszahlen: BMW muss wegen Corona Stellen abbauen

Die Corona-Krise hat für BMW spürbare Folgen. Zwar sind die Zahlen beim Münchner Autobauer aktuell noch ordentlich, doch die Auswirkungen der Krise werden erst in den nächsten Monaten erwartet.
| AZ/dpa
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Der BMW-Konzern ist wegen Corona in die Verlust-Zone gerutscht.
Tobias Hase/dpa Der BMW-Konzern ist wegen Corona in die Verlust-Zone gerutscht.

München - Auch der Autobauer BMW hat im ersten Quartal spürbar unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten und will die Investitionen deutlich zurückfahren. Zwar konnten die Münchener unter dem Strich mit 574 Millionen Euro fast genauso viel Gewinn einfahren wie im schwachen Vorjahreszeitraum, wie der Dax-Konzern am Mittwoch mitteilte. Das lag aber vor allem daran, dass vor einem Jahr eine 1,4 Milliarden Euro schwere Rückstellung für eine mögliche Kartellzahlung in der Autosparte angefallen war. Finanzchef Nicolas Peter sagte, dass BMW in diesem Jahr die Investitionen von 5,7 Milliarden auf unter 4 Milliarden Euro drücken wolle.

Der Konzernumsatz stieg in den ersten drei Monaten trotz deutlich gesunkener Autoverkäufe überraschend um 3,5 Prozent auf 23,3 Milliarden Euro, was an internen Verrechnungen lag. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte ebenfalls wegen der Rückstellung vor einem Jahr bei 1,38 Milliarden Euro auf mehr als das Doppelte. Dennoch erzielte BMW im Kerngeschäft mit Autos nur eine operative Marge von 1,3 Prozent - am Vorabend hatte der Konzern hier auch die Prognose für das Gesamtjahr auf 0 bis 3 Prozent gesenkt.

BMW-Vorstand Zipse: "Die Situation bleibt ernst"

Vorstandschef Oliver Zipse sagte: "Die Situation bleibt ernst." Besonders stark dürften sich die Auswirkungen der Corona-Krise voraussichtlich erst im laufenden zweiten Quartal zeigen. Wegen der Pandemie hatte BMW seine Werke zunächst in China, dann in Europa und Nordamerika heruntergefahren. Der Absatz sank im ersten Quartal um 21 Prozent auf 477.000 Autos.

BMW fährt seine Produktion zwar vorsichtig schrittweise wieder hoch, aber inzwischen "zeigt sich, dass sich die Absatzsituation in wichtigen Märkten nicht nach einigen Wochen wieder normalisiert". Die Erholung werde länger dauern als zunächst geplant und "die gesamte Automobilindustrie auf mittlere Sicht beeinträchtigen", teilte der Autokonzern mit. Die Verkaufszahlen von BMW dürften dieses Jahr "deutlich unter Vorjahresniveau liegen".

BMW will nun auch Stellen abbauen, indem frei werdende Stellen nicht mehr nachbesetzt werden. In Deutschland beschäftigt BMW 90.000 Mitarbeiter. Im April waren 31.000 von ihnen in Kurzarbeit.

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