Singvogel immer seltener in München: Die Stadt soll die Spatzen retten

Von dem einst weit verbreiteten Singvogel gibt es in München immer weniger. Die SPD schnürt deshalb nun ein Rettungspaket.
| Florian Zick
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Gefährdeter Piepmatz: Der Haussperling, volkstümlich als Spatz bekannt, gehört mittlerweile sogar zum erweiterten Kreis der Roten Liste.
dpa Gefährdeter Piepmatz: Der Haussperling, volkstümlich als Spatz bekannt, gehört mittlerweile sogar zum erweiterten Kreis der Roten Liste.

Von dem einst weit verbreiteten Singvogel gibt es in München immer weniger. Die SPD schnürt deshalb nun ein Rettungspaket.

München - Hätte Bayern mit dem Löwen nicht schon ein stattliches Wappentier, man wäre glatt geneigt, den Spatz vorzuschlagen. Der ist vielleicht nicht ganz so imposant wie eine Raubkatze, dafür aber sehr gesellig, äußerst putzig und zudem recht lebensfroh – irgendwie das ideale Maskottchen.

Allerdings: Man müsste sich mit der Inthronisierung ein bisschen beeilen. Dem gemeinen Haussperling, so die ornithologisch korrekte Bezeichnung, geht es nämlich nicht besonders gut. Die Population schrumpft seit Jahren – vor allem in den Großstädten.

In München droht der Spatz aus der Top Fünf zu fallen

Der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) gibt am Donnerstag die Ergebnisse seiner neuesten Vogelzählung bekannt. In München ist der Spatz demnach nur noch mit Ach und Krach unter die Top Fünf gekommen. Früher flatterte der kleine Piepmatz zahlenmäßig allen anderen Vögeln locker davon. Mittlerweile wird er in der Rangliste einfach durchgereicht.

Knapp 500 Münchner Gärten haben die Vogelbeobachter vom LBV für ihre Studie unter die Lupe genommen – und im Schnitt dabei nicht einmal mehr einen Spatz pro Garten entdeckt. Bayernweit sind es immerhin noch rund vier Spatzen pro Garten. Aber in München: Spatzen-Dämmerung.

Spatzen-Schwund - was sind die Gründe?

Die Gründe für den Niedergang sind vielfältig: Der Spatz ist ein Kulturfolger. Er ist dem Menschen einfach in die Stadt hintergeflogen. Durch Fassadensanierung verschwinden dort allerdings viele Spalten und Hohlräume. Die nutzt der Haussperling gerne als Brutplatz – genauso wie Hecken und Sträucher. Doch auch die werden durch die starke Bautätigkeit immer weniger.

"Heute tschilpen in einer Hecke nicht mehr hundert Spatzen wie früher, sondern nur noch zwanzig", sagt Martina Gehret von der Landesgeschäftsstelle des Vogelschutzbunds. Die seien in der Regel aber genauso laut wie die hundert, deshalb sei der dramatische Spatzen-Schwund bislang auch fast noch niemandem aufgefallen.

Bei der SPD im Münchner Rathaus hat man nun allerdings mal etwas genauer hingehört. "Der Spatz gehört zu München und zu unseren Biergärten", sagt Stadträtin Bettina Messinger. Leider werde der Bestand immer geringer. Dagegen will die SPD nun aber etwas unternehmen.

Die Stadtratsfraktion fordert Nistmöglichkeiten in Parks und bei Neubauten. Zudem sollen sogenannte "Spatzen-Hotspots" eingerichtet werden, also Plätze, wo es sich die Vögel besonders gemütlich machen können, mit Spatzenturm und kleinem Brunnen zum Planschen. Die SPD denkt da zum Beispiel an den Petuelpark. "Der Spatz soll wieder eine Heimat in München haben", sagt Messinger.

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