„Sicherheitsjoker" Radlclown: Den Schmarrn einstellen

Die CSU klagt über den überflüssigen Radl-Clown in München und will ihn aus dem Verkehr ziehen: „Der Bürgerservice wird reduziert, aber für den Irrsinn ist Geld da“, sagt Fraktionschef Josef Schmid.
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MÜNCHEN - Die CSU klagt über den überflüssigen Radl-Clown in München und will ihn aus dem Verkehr ziehen: „Der Bürgerservice wird reduziert, aber für den Irrsinn ist Geld da“, sagt Fraktionschef Josef Schmid.

Der Clown ist ein teurer Spaß – und den finden viele im Rathaus gar nicht lustig: Denn mit dem neuen Konzept ist der Radl-Joker für die städtische Fahrrad-Kampagne überflüssig geworden, die Stadt könnte somit fast 30000 Euro sparen. Trotzdem soll er die Kampagne weiter zur Lachnummer machen. „Ein Wahnsinn, was da abläuft“, schüttelt CSU-Fraktionschef Josef Schmid den Kopf: „Die Blamage geht weiter. Damit schadet sich München.“

Mehr noch: Bei der Premiere auf dem Rotkreuzplatz hatte sich gezeigt, dass der Radl-Clown selbst zum Sicherheitsrisiko werden kann – etwa wenn er mit seinem sperrigen Rad den Radlweg blockiert.

„Der OB steht dahinter“, verteidigt KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle die umstrittene Aktion. Er habe OB Ude „mehrfach“ die neue Aktion erläutert: „Ich wollte das nicht mehr alleine entscheiden.“ Bei der Präsentation am Dienstag auf dem Rotkreuzplatz war Blume-Beyerle völlig allein.

Von der CSU und FDP im Rathaus kommt jetzt heftiger Protest. Josef Schmid will den Radl-Clown aus dem Verkehr ziehen: „Das ist eine Verschlimmbesserung. Das ist vollkommen fehlgeleitetes Geld.“ Das KVR müsse aus Spargründen den Bürgerservice einschränken und gleichzeitig „an etwas so Unsinnigem festhalten“.

In die gleiche Kerbe schlägt FDP-Fraktionschef Michael Mattar: „Das ist immer noch ein Schmarrn.“ Ihm leuchte auch das neue Konzept nicht ein. „Man sollte diese Sache beenden.“

Dabei ist die Figur des Radl-Clown - der heute als „Sicherheitsjoker“ getarnt wird – überflüssig geworden. Die Polizei hat sich dafür eingesetzt, dass er keine Radler mehr anhalten darf, die verkehrswidrig fahren, wie das anfangs geplant war. Jetzt soll er nur noch aufmerksam machen. Aufmerksam auf den Radlsicherheitscheck. Das ist ein Zelt, in dem Mechaniker kostenlos Fahrräder unter die Lupe nehmen und kleine Reparaturen machen. Es gibt auch Hinweise zum Verhalten im Straßenverkehr. Braucht es dafür einen Clown? Wie dessen Premiere zeigte, kamen die Münchner in Scharen zum Radlcheck-Zelt. Von allein.

Radl-Clown und Radl- Check sind am 18. August am Rotkreuzplatz und am 25./26. August am Odeonsplatz. 30 Auftritte sind geplant.

Die Kosten: 30000 Euro für den Radl-Clown samt Kostümen, Honoraren für die fünf Schauspieler und der Gage für den Regisseur, der die Aktion einstudiert hat. 500000 Euro (für zwei Jahre) bekommt das Team, das die Radlkampagne erfunden hat. Knapp zwei Millionen Euro kostet die vorerst auf zwei Jahre begrenzte Radlkampagne. Willi Bock

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