Sex mit 14-Jähriger: Mann (31) verurteilt

Sven W. (31) verspricht einer 14-Jährigen Geld für Sex. Weil sie in Not ist, macht sie mit – und wird schwanger. Doch W. zahlt nie.
| Sophie Anfang
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Sven W. mit seinem Verteidiger Alexander Eckstein. Der 31-Jährige hat eine 14-Jährige geschwängert.
anf Sven W. mit seinem Verteidiger Alexander Eckstein. Der 31-Jährige hat eine 14-Jährige geschwängert.

München - Sven W. (31) wollte Sex. Aber nicht mit einer Frau, sondern mit einem Mädchen. Im Internet hatte er nach ihr gesucht, in Flirtchats diejenigen angeschrieben, die jung waren oder aussahen. Er bot ihnen Geld, das er nicht hatte. Simone (Name geändert), erst 14 Jahre alt, willigte ein. Ihre Mutter war krank, sie brauchte das Geld. Sven W. nutzte das aus. Vor Gericht bekommt er dafür eine harte Strafe.

Computer und Rechner von Sven W. sind voll mit Bildern nackter Mädchen. Aber W. wollte nicht nur Bilder anschauen. 15 000 Euro oder mehr sollte Simone für den Sex in einem Hotelzimmer bekommen. Sven W. fand das 14 Jahre alte Mädchen über eine Flirtapp und schrieb sie später über den Messengerdienst Whatsapp an und machte ihr das Angebot. Amtsrichter Matthias Braumandl liest den Chatverlauf bei der Verhandlung gestern vor.

Ob sie schon mal Sex gehabt hätte, fragt W. – „Nein, ist das schlimm?“ Sie nehme das Angebot nur an, weil sie Geld brauche. „Meine Mama ist im Krankenhaus und arbeitet nicht. Wir sind pleite.“ Sie müsse auf ihre kleine Schwester aufpassen, der Vater kümmere sich nicht. Wenn sie kein Geld bekomme, müsse sie ins Kinderheim, schreibt Simone.

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W. will Erotikbilder von ihr. Sie schickt ihm welche. Wie sie sich ihr erstes Mal vorstelle? Simone weiß darauf keine Antwort. Warum er denn so viel Geld für Sex ausgeben würde, fragt sie W. „Ich möchte dir damit helfen“, schreibt er.

Er sei selbstständiger Finanzberater, behauptet der arbeitslose Buchbinder. Er könne ihr einen Praktikumsplatz anbieten, damit sie Geld verdiene. „Du rettest meine Familie, das ist dir schon klar“, schreibt Simone – „Das mach ich doch gerne.“

Drei Tage später kommt es zum Treffen in einem Hotel in Unterföhring. W., der sich vor Simone „Sven Müller“ nennt, bringt einen Pseudo-Vertrag mit, in den er handschriftlich „20 000 Euro“ einträgt. Das Geld soll Simone ein paar Tage später in bar bekommen. Diese Absicht hat W. jedoch nie.

 

"Bist du in mir gekommen?"

 

W. steckt für die Verhandlung in einem blaugrünen Hemd, das sehr groß ist und trotzdem an manchen Stellen spannt. Er ist weich und weiß, nur die Ohren werden manchmal rot. „Ich kann mir das nicht erklären“ ist eine Antwort, die er oft gibt oder „ich habe nicht daran gedacht“. Nicht daran, was es bei einem Mädchen auslöst, wenn es so seine Unschuld verliert. Nicht daran, ein Kondom zu benutzen.

„Bist du in mir gekommen?“, fragte Simone nach dem Treffen über Whatsapp. „Nein, ich habe aufgepasst. Außerdem kann ich keine Kinder zeugen“, antwortete Sven W. Er log.

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Die inzwischen 15-Jährige wird in einem Monat ein Kind bekommen. Von Sven W. Sie wollte es nicht abtreiben, weil sie nicht damit leben könne, wenn sie „jemanden zerstört“. Simone ist bei der Verhandlung nicht da. Nur ihre Mutter, die bei den Plädoyers mit Tränen kämpft.

Richter Braumandl gibt W. vier Jahre. Das Höchste, was er geben kann. „Wir tun das für Sie“, sagt er, „damit Sie Zeit zum Nachdenken haben“. Darüber, was er anderen antut. Mit einem „unfassbaren Ausmaß der Niedertracht“.

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