Sehr süß! Baby-Boom im Tierpark Hellabrunn

Menschenäffchen, Wildpferd, Giftfrosch: Aktuell kann man in Hellabrunn so viele Jungtiere anschauen wie lange nicht. Und man kann auch beobachten, dass es im Tierpark nicht nur ein paar Grad kühler ist als in der Innenstadt, sondern dass es auch den Bäumen besser geht. Woran das liegt.  
von  Nina Job
Noch nicht lange auf der Welt ist dieser junge Alpensteinbock. Eine Artgenossin von ihm ist kürzlich ausgewildert worden.
Noch nicht lange auf der Welt ist dieser junge Alpensteinbock. Eine Artgenossin von ihm ist kürzlich ausgewildert worden. © Bernd Wackerbauer

München ächzt unter tropischer Hitze. Aber in Hellabrunn fühlen sich bei den aktuellen Temperaturen viele Tiere erst richtig wohl. Die Elefanten beispielsweise. Schlau sind die trächtige Temi und ihre Artgenossen sowieso: Sie verwenden Sand, in dem sie sich wälzen, als natürlichen Sonnenschutz.

Ist noch ganz schön staksig unterwegs: ein junger Flamingo.
Ist noch ganz schön staksig unterwegs: ein junger Flamingo. © Bernd Wackerbauer
Auch bei den Elefanten kündigt sich Nachwuchs an. Temi ist trächtig.
Auch bei den Elefanten kündigt sich Nachwuchs an. Temi ist trächtig. © Bernd Wackerbauer

Am Dienstabend war die AZ mit Tierparkdirektor Rasem Baban, dem zoologischen Leiter Carsten Zehrer und der Aufsichtsratsvorsitzenden von Hellabrunn, Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD), unterwegs, um dem Zoo-Nachwuchs einen Besuch abzustatten. In diesem Jahr haben viele Tiere Junge bekommen, mehr als 2025 und teils nach jahrelanger Pause wieder, erzählt Zehrer.

Der kleine Menschenaffe hat alle im Blick

Los geht die Tour bei den Rosaflamingos: Auf überlangen Beinchen staksen sie durch die Welt, ihr Gefieder ist noch gräulich. Gefüttert werden die Küken von beiden Eltern – mit roter Kropfmilch, die sie hervorwürgen. Früher meinte man, das sei Blut, erzählt Zehrer, ein Irrtum.
Ein absoluter Publikumsliebling ist der kleine Menschenaffe, ein Silbergibbon. Er wurde im Frühjahr geboren und kuschelt sich gern und sehr fotogen eng an seine Mami. Er beobachtet sehr genau, wer da alles vorbeischaut.

Hat alle im Blick: der kleine Menschenaffe, ein Silbergibbon.
Hat alle im Blick: der kleine Menschenaffe, ein Silbergibbon. © Bernd Wackerbauer
Der Junior-Humboldtpinguin hat noch keinen Streifen auf der Brust, sondern weißes Gefieder mit Pünktchen.
Der Junior-Humboldtpinguin hat noch keinen Streifen auf der Brust, sondern weißes Gefieder mit Pünktchen. © Bernd Wackerbauer

Allein im Juni und Juli sind in Hellabrunn über 60 Tiere auf die Welt gekommen. Darunter ein Riesenkänguru, ein Schweinshirsch, drei Elche, Antilopen, Zebraschnauzen-Seepferdchen und ein blauer Pfeilgiftfrosch. Eine kleine Sensation ist die Geburt von fünf Schnee-Eulen – fünf Jahre hatte es nicht geklappt. Und vor Kurzem ist nach zehnjähriger Pause ein Przewalskipferd geboren worden. Die Urwildpferde galten schon mal als ausgestorben. In Zoos vermehrten sie sich wieder. 2025 bekam Hellabrunn einen Hengst aus Schottland. Der legte sofort los.
Der Münchner Tierpark beteiligt sich auch an Auswilderungsprogrammen. Könnte sein, dass die Fohlen eines Tages nach Kasachstan oder in die Mongolei umgesiedelt werden, um dort dann in freier Wildbahn zu leben.

Eine Geiß aus München lebt jetzt frei in den Alpen

Erst vor einer Woche sind zehn Alpensteinböcke im österreichischen Sölktal ausgewildert worden. Darunter war auch eine junge Steinbockgeiß aus dem Tierpark. Die anderen kamen aus dem Zoo Salzburg, der Wilhelma und dem Zoo Ljubljana. Ziel des Artenschutzprogramms ist es, die genetische Vielfalt zu stärken. Kaum waren die Transportboxen geöffnet, schon verschwanden die Tiere zwischen den Felsen, heißt es.

Wie gestellt für den AZ-Fotografen: ein stolzer Alpensteinbock stillt seinen Durst.
Wie gestellt für den AZ-Fotografen: ein stolzer Alpensteinbock stillt seinen Durst. © Bernd Wackerbauer
Nach zehnjähriger Pause ist im Juli erstmals wieder ein Przewalski-Fohlen auf die Welt gekommen.
Nach zehnjähriger Pause ist im Juli erstmals wieder ein Przewalski-Fohlen auf die Welt gekommen. © Bernd Wackerbauer

Die Tiere im Münchner Tierpark – und auch die Menschen – haben es derzeit übrigens nicht ganz so heiß wie Mensch und Tier in der Innenstadt. "Das liegt daran, dass wir in der Frischluftschneise liegen und frische Alpenluft bekommen", erklärt Tierparkdirektor Raban. Das mache einen Temperaturunterschied von zwei bis vier Grad aus. Auch von Hitzestress für die Bäume ist im Tierpark nichts zu spüren. Alles ist satt grün, Wasser in den vielen Gräben im Zoo ist reichlich da. Raban: "Sie werden vom Auer Mühlbach gespeist und der wiederum vom Isarkanal."

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