Schwulen-Lokal in München: Neuer Ochsengarten-Wirt ist eine Frau!

Friedl Steinhauser übergibt seinen Ochsengarten an Elke Seifert. Sie verspricht, das legendäre schwule Lokal in seinem Sinn weiterführen.
| Ruth Frömmer
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Elke Seifert heißt die neue Chefin im Ochsengarten. Sie will dort alles so lassen, wie es ist.
Elke Seifert heißt die neue Chefin im Ochsengarten. Sie will dort alles so lassen, wie es ist. © Bernd Wackerbauer

München - Eine Frau im Ochsengarten? Wer das legendäre Lokal kennt, wundert sich. Denn Frauen haben hier eigentlich keinen Zutritt. Der Ochsengarten an der Müllerstraße ist eine der wenigen verbliebenen reinen Männerkneipen im Glockenbachviertel. "Und es bleibt auch weiterhin alles beim Alten", versichert die neue Pächterin Elke Seifert.

Sie und Steinhauser sind Nachbarn, kennen sich vom Ratsch über den Balkon. "Als Friedl mir erzählt hat, dass er ans Aufhören denkt, dachte ich mir: Das ist die Gelegenheit!", sagt Seifert. Die gebürtige Mannheimerin hat schon viel gemacht: Banklehre, kaufmännische Angestellte, Fitnesstrainerin, Gastro-Angestellte bei der Bahn; zuletzt war sie Massagetherapeutin.

Elke Seifert und Friedl Steinhauser bereiten die Übergabe vor.
Elke Seifert und Friedl Steinhauser bereiten die Übergabe vor. © Bernd Wackerbauer

Neue Wirtin will den Ochsengarten nicht verändern

Den Ochsengarten will sie genauso weiterführen, wie er war, als reines Men-Only-Lokal mit gelegentlichen Motto-Partys. Auch der Fetisch-Stammtisch jeden Donnerstag soll bleiben. Ansonsten will sich die neue Wirtin in der Schwulen-Community ein bisschen umhören, was sich die Gäste für Veranstaltungen wünschen. Der gute Draht in die Szene ist schon da. "Ich habe einen sehr queeren Freundeskreis", erzählt sie. Viele ihrer ehemaligen Bahn-Kollegen und Freunde sind schwul. "Aber ob schwul oder nicht schwul – für mich ist ein Mensch ein Mensch", betont die sympathische Wirtin.

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Im Moment bringt sie das Lokal zusammen mit Freunden wieder ein bisschen auf Vordermann. Die Einrichtung bleibt wie gehabt. Auch das Personal wird teilweise dort weiter arbeiten. "Am Anfang werde ich natürlich viel selbst im Lokal stehen", so Seifert und weiter: "Sobald Corona es zulässt, stehen wir parat. Ich bin gerne Gastgeberin!"

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