Schrebergärten im Visier: Bandenmitglieder vor Gericht

Zwei mutmaßliche Mitglieder der Bande sitzen seit Mittwoch auf der Anklagebank. Der Schaden ist beträchtlich.
| John Schneider
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Die Angeklagten mit ihren Anwälten und der Dolmetscherin.
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München - Sie waren der Schrecken der Kleingärtner in und um München: Eine rumänische Bande hatte sich darauf spezialisiert, in Gartenhäuser, Schrebergärten, aber auch Vereinsheime, Garagen und Büros einzubrechen und die Räume dort nach Stehlenswertem zu durchforsten. Seit gestern wird zwei Bandenmitgliedern der Prozess gemacht.

Allein der Kopf der Bande soll zwischen Juli 2015 und Juni 2016 an 80 Einbrüchen beteiligt gewesen sein, hat Staatsanwalt Kai Gräber ermittelt. Ilie D. (36) ist zudem vorbestraft. Sein Komplize Tudorel M. (27) kommt laut Anklage auf 43 Einbrüche.

Die Bande – die Anklage nennt zumindest fünf weitere anderweitig verfolgte Mitglieder – nahm mit, was sich in irgendeiner Weise später zu Geld machen ließ. Beim Einbruch in ein Gartenhaus in Unterföhring im Juli 2015 erbeuteten Ilie D. und ein unbekannter Komplize drei Zelte, sechs Schlafsäcke, fünf Isomatten und ein Fahrrad. Wert der Beute: 1.175 Euro. Unweit davon stand ein Wohnmobil, das die Einbrecher dann im Oktober 2015 heimsuchten. Werkzeug im Wert von 15.000 Euro fiel ihnen dort in die Hände.

Beute im Wert von über 50.000 Euro

Und wenn nichts zu holen war, beschied man sich eben mit Lebensmitteln. In Ismaning hatte die Beute zum Beispiel einen Wert von nur zehn Euro. Der Schaden am Gartenhaus: 500 Euro. Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft einen Beutewert von über 50. 000 Euro nur bei Ilie D. errechnet. Dazu kommen Sachschäden von 16.000 Euro.

Ilie D. erhofft sich, bei einem Geständnis mit drei bis vier Jahren Haft davonzukommen. Doch ein entsprechender Deal der Prozessparteien kam zunächst nicht zustande. Der Vorsitzende Richter Philipp Stoll hat neun Verhandlungstage bis 18. Dezember terminiert.

Lesen Sie hier: Am Hauptbahnhof: Diebstahl führt direkt ins Gefängnis

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