"Schikane": Uli Hoeneß wegen gepflanzter Bäume vor Gericht

Wegen zweier Bäume, die Uli Hoeneß auf seinem Grundstück in Bad Wiessee pflanzen ließ, steht der Ehrenpräsident des FC Bayern seit Donnerstag vor Gericht. Geklagt hat ein Nachbar.
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Andre Wagner
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Uli Hoeneß muss sich vor dem Landgericht II in München verantworten. Es geht um zwei Pappeln, die der 74-Jährige auf seinem Grundstück in Bad Wiessee gepflanzt hat.
Uli Hoeneß muss sich vor dem Landgericht II in München verantworten. Es geht um zwei Pappeln, die der 74-Jährige auf seinem Grundstück in Bad Wiessee gepflanzt hat. © Daniel von Loeper

Strahlend blauer Himmel über München und angenehme Temperaturen um die 25 Grad am Donnerstagvormittag. Es gibt sicherlich viele Dinge, die Uli Hoeneß (74) an diesem Sommertag gerne unternommen hätte. 

Stattdessen erscheint der 74-Jährige vor dem Landgericht München II, als Beklagter in einer Zivilsache. Grund für den Gang vor den Richter: Ein Nachbar in Bad Wiessee hat den Ehrenpräsidenten des FC Bayern München verklagt, wegen zweier Winterlinden, die Uli Hoeneß auf seinem Grundstück hat pflanzen lassen und das vor einer Gruppe von drei Spitzahornen, die dort schon seit Jahrzehnten stehen. Einer der drei Bäume ist durch Schneebruch stark geschädigt und muss bald gefällt werden.

 Für den Termin am Donnerstagvormittag wurde angeordnet, dass alle Parteien persönlich vor Gericht zu erscheinen haben

Hoeneß vor Gericht: Streit um zwei gepflanzte Winterlinden

Dem Nachbarn sind diese Bäume scheinbar ein Dorn im Auge und er ist der Auffassung, dass an dieser Stelle keine Bäume gepflanzt werden dürfen. Seiner Meinung nach müssen die Bäume dort weg. Er beruft sich dabei auf eine Grunddienstbarkeit. Eine Grunddienstbarkeit ist ein Recht, das zugunsten eines Grundstücks auf einem anderen Grundstück eingetragen ist. Sie wird ins Grundbuch eingetragen und kann zum Beispiel das Wegerecht oder Baubeschränkungen betreffen. Grunddienstbarkeiten gelten auch, wenn ein Grundstück verkauft wird.

Ob die Bäume stehen bleiben können oder wegmüssen, darüber wird ab diesem Donnerstag vor dem Landgericht II in München gestritten. Uli Hoeneß kam persönlich in Begleitung seiner Frau Susi. Als Rechtsbeistände in dieser Baum-Posse hat der 74-Jährige Dr. Peter Gauweiler (der auch Hasan Ismaik im Streit gegen den TSV 1860 München vertritt) und Dr. Dörthe Korn an seiner Seite.

Uli Hoeneß und seine Frau Susi werden in der Pappel-Posse von Dr. Peter Gauweiler vertreten.
Uli Hoeneß und seine Frau Susi werden in der Pappel-Posse von Dr. Peter Gauweiler vertreten. © Daniel von Loeper

Das Interesse an dem Prozess ist sehr groß, zahlreiche Journalisten und Fotografen sind vor Ort. Wegen des großen Presseandrangs wurde der Prozess in einen größeren Saal verlegt.

Die Vorsitzende Richterin Dr. Bauer fragt, ob beide Parteien bereit wären, sich gütlich zu einigen. Der Anwalt des Klägers, Wolfgang Junghenn, sieht den Vermögenswert des Grundstücks gefährdet, weil die Sicht eingeschränkt werde durch die Bäume und sie dort angeblich nicht stehen dürften. 

Es würde nicht darum gehen, dem Ehepaar Hoeneß künstlichen Ärger zu bereiten. Er fordert, dass die Bäume versetzt werden. Er kann sich einen Vergleich nur vorstellen, wenn die zwei neu gepflanzten Bäume versetzt werden. 

Hoeneß wird emotional: Prozess nimmt ihn sichtlich mit

Als der Rechtsanwalt der Nachbarn sagt, es sei "nicht der Fall, dass man sich gegenseitig das Leben schwer machen wolle", murmelt Hoeneß "Alles Lüge" und beide schütteln den Kopf.

Dann ergreift Dr. Gauweiler, Rechtsbeistand von Hoeneß das Wort. Er sagt, wenn der Nachbar argumentiere, dass der freie Blick auf den Tegernsee beeinträchtigt werde, wäre ein Ortstermin sinnvoll. Dort gäbe es auch einen Hügel, durch den man nicht hindurchsehen könne.

Seit 20 Jahren lebt Uli Hoeneß mit seiner Frau Susi in diesem Haus am Tegernsee.
Seit 20 Jahren lebt Uli Hoeneß mit seiner Frau Susi in diesem Haus am Tegernsee. © via imago-images.de

Uli Hoeneß hat sichtlich Probleme, sein Temperament zu zügeln und wird ungehalten. In Richtung der Kläger sagt er: "Hören Sie auf mit diesen Lügen." Gauweiler bremst ihn und weist seinen Mandanten darauf hin, bitte von Unwahrheiten zu sprechen. Hoeneß nimmt daraufhin das Wort "Lüge" zurück und spricht nun von "Unwahrheit".

Dann geht der 74-Jährige in medias res und spricht Tacheles. Die Familie Riedel (Nachbarn) könne Kaltenbrunn schon seit 30 oder 50 Jahren nicht mehr sehen. Die Wahrheit sei, dass er mit der Familie Senior das beste Einvernehmen hatte. Die Bäume würden dort schon seit 20 Jahren stehen und kein Mensch hat sich in dieser Zeit beschwert. Der Ärger ging laut Hoeneß erst dann los, als die Eltern des Klägers verstorben sind.

Uli Hoeneß erschien persönlich vor Gericht, an seiner Seite Ehefrau Susi.
Uli Hoeneß erschien persönlich vor Gericht, an seiner Seite Ehefrau Susi. © Daniel von Loeper

Hoeneß gibt deutlich zu verstehen, dass er nicht gewillt sei, die zwei Bäume zu verpflanzen, sondern dann eher alle Bäume wegnehmen würde. "Dies wäre jammerschade für die Tiere", erwidert Susi Hoeneß. Auf dem Grundstück sorgen 60 Schafe und 20 Lämmer eines Landwirts aus Bad Tölz immer ab 1. Mai für die natürliche Pflege – übrigens mit dem Einverständnis des Nachbarn.

Die Richterin ist sichtlich bemüht, die Wogen im Gerichtssaal zu glätten und weiterhin beide Parteien zu einer gütlichen Einigung zu bringen, ihr Versuch bleibt jedoch erfolglos.

Jetzt geht es darum, ob die Bäume wirklich in dem Bereich stehen, in dem laut Grunddienstbarkeit keine stehen dürfen. Eine Vermessung des Grundstücks gab es nämlich nicht.  Die Klägerseite beruft sich dabei auf öffentlich zugängliche Daten aus dem Bayernatlas.

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Hoeneß wütend: "Wir brauchen die Bäume nicht, aber der Klimaschutz"

Uli Hoeneß betont noch einmal, dass die beiden neu gepflanzten Winterlinden nichts verändern würden. Der Anwalt des Klägers besteht allerdings darauf, dass es sich dabei um einen Verstoß handeln würde. 

Auch Susi Hoeneß nimmt der Prozess mit. "Muss man denn jeden Verstoß ahnden?", regt sie sich auf. "20 Jahre lang hätten die Bäume niemanden gestört", erwidert sie, "die Wiese ist auch nicht hässlicher geworden."

Nun ergreift Uli Hoeneß noch einmal das Wort. Sichtlich verärgert sagt er: "Wir brauchen die Bäume nicht, aber der Klimaschutz".

Die Fronten sind verhärtet und es sieht ganz danach aus, dass in dieser Baum-Posse am heutigen Tag keine Entscheidung mehr fallen wird. Es wird deutlich, dass der Kläger in der Hauptsache möchte, dass alle fünf Bäume an der entsprechenden Stelle entfernt werden.

Prozess geht am 24. September weiter – Hoeneß spricht von "Schikane"

Hoeneß wendet sich noch mal sichtlich verärgert an seine Nachbarin auf der Klägerbank: "Sie haben über 20 Jahre gebraucht, um festzustellen, dass die Bäume Sie stören. Sie haben ja selbst in dem Haus gewohnt."

Die Nachbarn hätten das Problem ja mal ansprechen können, so Hoeneß. Der 74-Jährige äußert auch sein Unverständnis, dass die Nachbarn das Angebot, ein gemeinsames Gespräch mit dem Bürgermeister von Bad Wiessee zu führen, abgelehnt hätten.

Der Prozess geht also weiter, die Richterin hat den Termin auf den 24. September, 10.15 Uhr festgesetzt. An diesem Tag soll dann die Entscheidung fallen.

Dieses Urteil wird sich allerdings nur auf den Eilantrag bezüglich der beiden neu gepflanzten Winterlinden beziehen. Da die Kläger aber die gesamte Gruppe mit den fünf Bäumen entfernt haben möchten, dürfte der Nachbarschaftsstreit, so wie es aktuell aussieht, wohl noch länger andauern.

Auf die Frage, warum die Nachbarn ihn und seine Frau vor Gericht zerren, sagte Hoeneß nach der Verhandlung auf dem Gerichtsflur: "Schikane".

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  • FredC4 vor 47 Minuten / Bewertung:

    Sagt der eine Millionär zum anderen "Ich hab mir gestern 'nen neuen Mercedes gekauft "
    Sagt der andere "Echt, aber Du hast letzte Woche doch schon einen gekauft!?"
    Sagt der erste "Ja, aber der Aschenbecher war voll!"

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