Sanierung kostet über neun Millionen: So marode ist die Regatta-Anlage in Oberschleißheim

Für neun Millionen Euro saniert die Stadt die Olympische Regatta-Anlage in Oberschleißheim. Doch das Geld reicht bei weitem nicht, um alles zu erhalten.
| Christina Hertel
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Für die Olympischen Spiele 1972 wurde die Regatta-Anlage erbaut, sie ist auch heute noch bei Badenden beliebt. Die Anlage selbst ist aber ziemlich in die Jahre gekommen.
Bernd Wackerbauer 5 Für die Olympischen Spiele 1972 wurde die Regatta-Anlage erbaut, sie ist auch heute noch bei Badenden beliebt. Die Anlage selbst ist aber ziemlich in die Jahre gekommen.
Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD, rechts) schaut sich die Anlage an.
Christina Hertel 5 Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD, rechts) schaut sich die Anlage an.
Hinten halten Stangen die Tribüne.
Christina Hertel 5 Hinten halten Stangen die Tribüne.
Vorne hätten fast 10.000 Zuschauer Platz.
Christina Hertel 5 Vorne hätten fast 10.000 Zuschauer Platz.
Auch über den Bootshallen gibt es Schlafplätze.
Christina Hertel 5 Auch über den Bootshallen gibt es Schlafplätze.

München/Oberschleißheim - Wenn man an den Holzsitzen vorbeigeht, wo einmal fast 10.000 Menschen den Ruderern zujubelten, wenn man von hinten die alte Tribüne betritt, steht da noch ein Aschenbecher. So voll mit alten Zigarettenstummeln, dass er überquillt. 

Tribüne in Oberschleißheim nur noch ein Denkmal

Da steht ein leerer Becher mit einem braunen Kaffeerand. Am Boden liegen zusammengerollte Teppiche, Planen, ein alter Ventilator. Zeug, das niemand braucht und niemand vermisst.

Vor fast 50 Jahren, während der Olympischen Spiele, fanden hier Empfänge statt, Presseleute trafen sich. Später stellte ein Faschingsverein hier seine Sachen unter. Doch seit etwa einem Jahr darf auch der die Tribüne nicht mehr betreten - zu groß sind die Mängel beim Brandschutz und bei der Statik. Seitdem ist die Tribüne in Oberschleißheim endgültig nur noch ein Denkmal.

Vor Corona: Regatta-Anlage sollte für 60 Millionen Euro saniert werden

Willi Bock, der Vorsitzende der Rudergesellschaft München 1972, würde sie gerne wieder mit Leben füllen. Er könnte sich in der Tribüne ein Schullandheim vorstellen - schließlich gebe es Küchen und Toiletten, sagt er.

Bevor Corona die Gewerbesteuer einbrechen ließ, plante die Stadt, die Olympia-Regatta-Anlage zu sanieren. Kostenpunkt: 60 Millionen Euro. Doch als die Pandemie die Stadt vor einem Jahr zum Sparen zwang, verabschiedete sie sich von diesem Plan - erst ganz und dann zu einem großen Teil.

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Die zweite Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) habe sich dafür eingesetzt, dass die Stadt nun doch neun Millionen Euro die Anlage steckt, sagt Bock. Mit diesem Geld werden nun die Toiletten wieder hergerichtet, der Asphalt um das Becken erneuert und die Stege ertüchtigt. Denn der Steg, auf dem die Siegerehrungen stattfinden, ist so marode, dass die Gewinner regelmäßig nasse Füße bekamen, erzählt Bock.

Verena Dietl: Freistaat muss sich an den Investitionen beteiligen

Darüber, dass Geld in die Regattastrecke fließt - und zwar so viel, dass die European Championships 2022 dort stattfinden können - seien die Vereine froh, sagt er und macht bei einem Rundgang mit Bürgermeisterin Dietl gleichzeitig deutlich: Es gibt noch viel zu tun.

Zum Beispiel fehlen Räume, wo sich Vereinsmitglieder zusammensetzen könnten. Und es fehlen Zimmer, in denen Sportler bei Wettkämpfen übernachten können. Über den Hallen, wo die Vereine ihre Boote unterstellen, gab es einst beides. Doch auch hier ist der Brandschutz nicht mehr gewährleistet, und auch hier darf sich niemand mehr aufhalten.

Dass die Stadt doch noch mehr Geld in die Anlage investiert, ist denkbar, so vermittelte es Dietl. Allerdings nicht sofort und auch nicht alleine - wenn, dann müsste der Freistaat mitzahlen.

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