S-Bahn-Tunnel soll deutlich teurer werden

Der künftige S-Bahn-Tunnel in München sorgt erneut für Wirbel. Die Bahn rechnet laut Zeitungsinformationen mit rund 400 Millionen Euro Mehrkosten. Außerdem soll es Sicherheitsmängel geben.
| dpa
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Die zweite Stammstrecke soll die Münchner S-Bahn weniger störungsanfällig machen.
AZ Die zweite Stammstrecke soll die Münchner S-Bahn weniger störungsanfällig machen.

München – Der geplante zweite Münchner S-Bahn-Tunnel wird nach Medieninformationen deutlich teurer als bisher bekannt. In einer Übersicht für den Bahn-Aufsichtsrat werde eine Gesamtsumme von 2,433 Milliarden Euro genannt, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitag). Bislang hatten Bahn und Freistaat die Baukosten auf 2,047 Milliarden Euro beziffert.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) kritisiert die Planungen zudem als mangelhaft und moniert Sicherheitsprobleme. Es werde Probleme bei der Verknüpfung der neuen S-Bahn-Trasse mit den bestehenden U-Bahn-Linien geben, heißt es. Vor allem im Hauptbahnhof seien die Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb – etwa bei Notfällen – nicht gegeben. Die Bahn plane die neuen Bahnsteige und den Bahnhof für viel zu wenig Fahrgäste.

In dem internen Papier, das dem Aufsichtsrat im Dezember 2012 vorgelegt worden sei, begründet die Bahn laut SZ die Mehrkosten bei der zweiten Stammstrecke mit der „Terminverschiebung um zwei Jahre“ und mit „höheren Planungskosten“. Konkret ausgeführt werde keiner dieser Punkte.

Das bayerische Verkehrsministerium reagierte überrascht auf die neuen Zahlen. Eine Sprecherin von Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) sagte der Zeitung, sie seien nicht mit dem Freistaat abgestimmt. Auch eine Begründung für die Kostenabweichungen liege der Staatsregierung nicht vor. Sie könnten „inhaltlich nicht nachvollzogen werden“, sagte die Sprecherin. „Der Freistaat geht davon aus, dass die dem Bau- und Finanzierungsvertrag zugrundeliegenden Kosten sorgfältig ermittelt wurden.“ Anhaltspunkte für weitere Kostensteigerungen gebe es im Ministerium nicht. „Die Deutsche Bahn ist aufgefordert, kurzfristig Transparenz über die Kosten herzustellen.“ Die von Zeil genannte Summe von 2,047 Milliarden Euro hätten Vertreter der Bahn bei einem Gespräch am 26. November „nicht infrage gestellt“.

Die MVG äußerte ihre Sicherheitsbedenken in einem Schreiben an die Münchner Stadtratsfraktionen. Darin legt die Verkehrsgesellschaft nach Informationen des „Merkurs“ „Einspruch gegen den aktuellen Planungsstand“ ein und fordert die Bahn zu Änderungen auf. Die Bahn habe ihren Plänen eine Fahrgastprognose für das Jahr 2020 zugrunde gelegt, obwohl der Tunnel wohl erst zwei Jahre später fertig wird. Zum Teil würden die Fahrgastzahlen auch schon heute überschritten. Überfüllte Bahnsteige seien etwa bei einem Brand ein großes Sicherheitsrisiko. Die Fluchtwege seien zu lang und kompliziert.

 

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