S-Bahn-Bündnis München Ost: Der Kampf um den Bahnausbau

Das S-Bahn-Bündnis München Ost streitet für den viergleisigen Ausbau der Strecke vom Ostbahnhof bis Markt Schwaben und die Anbindung der Messe. Nun schließt sich auch die Gemeinde Feldkirchen an.
| Gaby Mühlthaler
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Die S-Bahn in München.
Die S-Bahn in München.

München - Der S-Bahnhof im ersten Geschoss des Eingangs Nord der Messe München (MMG) ist schon vorgesehen, seit 2004 bemüht man sich, dass Messegäste nicht nur mit der U-Bahn, sondern langfristig auch mit einer S-Bahn zum Münchner Messegelände kommen können.

Die Messe hat deshalb 2008 die Bahn mit Vorplanungen im Rahmen des Erdinger Ringschlusses beauftragt und 2012 ein Intraplan-Gutachten erstellen lassen.

Die Region München wächst, der Münchner Osten ebenso

Obwohl der Ost-Ast der S2 im Jahr 2003 in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde, ist er wegen der Kosten bis heute nicht realisiert. Zugleich hat 2008 eine Machbarkeitsstudie festgestellt, dass eine Taktverdichtung auf dieser Strecke und damit ein viergleisiger Ausbau unbedingt notwendig ist.

Konsequent also, dass sich die betroffenen Gemeinden Aschheim, Kirchheim, Poing, Markt Schwaben sowie die Landkreise München, Ebersberg und Erding, die IHK, die Handwerkskammer und die Messe München zusammenschlossen - 2015 wurde das S-Bahn-Bündnis München-Ost gegründet.

Die Region München wächst, der Münchner Osten ebenso. Straßen- und Schienenbau aber dauern Jahrzehnte, wie man eindrucksvoll an der zweiten Stammstrecke sieht.

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MVV zählt hunderttausende Pendler täglich

Dieses Dilemma erlebt auch das S-Bahn-Bündnis Ost. Wie drängend der Ausbau wäre, belegt eine aktuelle Statistik des MVV - in den letzten zehn Jahren stieg die Zahl der Pendler allein nach Ebersberg um 167 Prozent. 128.239 Auspendler/Tag (plus 43 Prozent) aus München ins Umland hat der MVV 2019 gezählt, knapp 90.000 waren es 2009.

Mit dem MVV in die Stadt pendelten 2019 täglich 211.717 Personen, das sind 23 Prozent mehr als 2009.

Die Gemeinde Feldkirchen kommt nun als weiterer Partner zum S-Bahn-Bündnis hinzu. Bisher war man skeptisch wegen des Flächenverbrauchs und einer möglichen Lärmbelastung. Die überarbeiteten Pläne, die Messechef Klaus Dittrich und der Gutachter Konrad Daxenberger (Lahmeyer International) dem Gemeinderat präsentiert haben, überzeugten dann allerdings offenbar doch.

Nur auf 2,3 Hektar (statt auf 6,9 Hektar) müsse auf Feldkirchner Flur eingegriffen werden. Das Lärmgutachten habe außerdem das Ergebnis gebracht, dass sich die Maßnahme kaum auf die Bauleitplanung der Gemeinde auswirken werde. "Die vorherrschende Lärmbelastung wird im Wesentlichen durch die A94 im Süden und die Bahnstrecke München-Mühldorf im Norden dominiert", heißt es.

Wegen des aktiven Schallschutzes der Messeanbindung sollen sogar einige Ortsteile ein wenig entlastet werden.

Das S-Bahn-Bündnis Ost teilt nun mit, Feldkirchens Bürgermeister Andreas Janson habe signalisiert, dass er "dem Bündnis beitreten und aktiv mitarbeiten möchte".

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