Rocker-Krimi am Tegernsee: Männer vor Gericht

Es ist kein Kriminalfilm, der sich da am 12. Oktober 2018 in Rottach-Egern abgespielt hat. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, dass sie gewaltsam Geld eintreiben wollten. Am Landgericht in München läuft nun der Prozess.
| John Schneider
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Zwei der Angeklagten mit ihren Anwälten.
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Es ist kein Kriminalfilm, der sich da am 12. Oktober 2018 in Rottach-Egern abgespielt hat. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, dass sie gewaltsam Geld eintreiben wollten. Am Landgericht in München läuft nun der Prozess.

München - Ein Unternehmer, der Darlehen aufnimmt und nicht zurückzahlt, ein wütender Gläubiger, der einen Spezl aus dem Rockermilieu bittet, ihm zu helfen, drei Männer, die plötzlich mitten in der Nacht maskiert vor der Haustür stehen und die Schulden von über 265.000 Euro mit Gewalt eintreiben wollen – aber mit gerade einmal 80 Euro wieder abziehen müssen und bei ihrer Flucht noch einen Schuss abgeben.

Filmreife Szenen wie in einem Krimi

Das alles vor der malerischen Kulisse des Tegernsees. Krimi-Fan, was willst du mehr? Doch es ist kein Film, der sich da am 12. Oktober 2018 in Rottach-Egern abgespielt hat – obwohl, vielleicht nimmt sich ja irgendwann ein Drehbuchautor der Geschichte an.

Eine Hauptrolle würde der 46-jährige Unternehmer Hans C. (Namen geändert) spielen. Er ist Opfer und Täter zugleich. Bei Peter F. – auch der sitzt auf der Anklagebank – hatte Hans C. insgesamt über 265.000 Euro Schulden angehäuft.

Verbindungen ins Rockermilieu

Als klar wurde, dass er das Geld wohl nie wiedersehen würde, sprach der frustrierte Gläubiger in einer Ingolstädter Bar seinen Spezl Karl A. an – ein 34-jähriger Karatesportler mit Verbindungen ins Rockermilieu. Karl A. brauchte Geld für den Umbau seines Kampfsportstudios. Und der Gläubiger versprach, ihn dabei finanziell zu unterstützen. Dafür solle Karl A. die Schulden eintreiben. Egal wie.

Der 34-Jährige ließ daraufhin seine Verbindungen ins Rockermilieu spielen, beauftragte einen Spezl (22) mit der Schuldeneintreibung, der wiederum zwei Männer (19, 23) für den Überfall rekrutierte. Karl A. stattete das Trio unter anderem mit einem Teleskopschlagstock, einer Gaspistole, einem Hammer und einem Klappmesser aus. Mit diesen Waffen und mit Sturmhauben maskiert, klingelte das Trio an der Haustür des Hauses in Rottach-Egern. Hans C. öffnete.

Mann von Räubern am Boden fixiert

In der Folge wurde der Mann von den Räubern am Boden fixiert und geschlagen. Seiner Frau aber gelang die Flucht. Die Durchsuchung des Hauses brachte nichts. Und die Existenz eines Tresors leugnete das Opfer. So musste sich das Trio mit 80 Euro aus einem Geldbeutel begnügen.

Der Prozess selbst kommt nur schwer in Gang. Der Grund ist eine Formalie: Die Verteidiger wurden zu spät über die veränderte Besetzung des Gerichts informiert. Fortsetzung folgt.

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