Rettungsgasse richtig bilden: Pilotprojekt startet auf der A8 bei München

Immer wieder führen falsch gebildete Rettungsgassen dazu, dass Notarzt und Feuerwehr spät am Unfallort ankommen. Um diesem Problem jetzt entgegenzuwirken, startet das bayerische Verkehrsministerium ein Pilotprojekt auf der A8.
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Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr fährt durch eine Rettungsgasse. (Archivbild)
Jan Woitas/dpa Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr fährt durch eine Rettungsgasse. (Archivbild)

München - Nach einem Unfall zählt für die Rettungskräfte meist jede Sekunde – schnell vor Ort sein ist dann die Devise. Bei einem Unfall auf der Autobahn müssen die Autofahrer eine Rettungsgasse bilden, damit Fahrzeuge von Notarzt und Feuerwehr schnell zum Unfallort gelangen können. Doch vor allem in der letzten Zeit gab es beim Bilden der Rettungsgasse immer wieder Probleme: Manche Autofahrer reihten sich falsch ein, andere versuchten erst gar nicht, Platz für die Helfer zu machen. Stattdessen erschweren Gaffer und Schaulustige die Arbeit der Notärzte.

Nochmal zur Erinnerung: Die Rettungsgasse wird zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen gebildet. Fahrzeuge auf der linken Spur fahren ganz nach links, Autos auf der mittleren und gegebenenfalls rechten Spur orientieren sich weit nach rechts.

Um bei den Autofahrern das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Rettungsgasse zu schärfen, startet das bayerische Verkehrsministerium nun ein Pilotprojekt auf der A8. Auf der Teststrecke zwischen dem Autobahnkreuz München-Süd und der Anschlussstelle Holzkirchen werden entsprechende Hinweise auf den digitalen Anzeigen der Schilderbrücken angezeigt. Sollte der Verkehr mal stocken oder es zu einem Stau kommen, wissen die Autofahrer also gleich, dass sie eine Spur für die Rettungskräfte freihalten sollen – auch wo genau die Gasse gebildet werden soll, wird gezeigt.

Die Testphase dauert ein Jahr, Wissenschaftler helfen im Anschluss bei der Auswertung der Ergebnisse. Ist der Versuch erfolgreich, werden auch weitere Schilderbrücken mit den entsprechenden Hinweisen ausgestattet.

Zuletzt hatte Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) härtere Sanktionen für Autofahrer gefordert, die keine Rettungsgasse bilden. "Die bayerische Polizei wird die Bildung der Rettungsgasse künftig noch konsequenter kontrollieren", kündigte er  an. Grund für die erneute Diskussion um die Rettungsgasse war vor allem das schwere Busunglück in Oberfranken Anfang Juli, bei dem 18 Menschen starben. Autofahrer hatten damals die Rettungsphase behindert.

Lesen Sie auch: AZ-Ratgeber - So bilden Sie die Rettungsgasse richtig!

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