Rettung des Deutschen Museums: 400 Millionen Finanzspritze

Überraschend schnelle Einigung über die Finanzierung: Nach Sparwelle retten Bund, Freistaat mit jeweils 180 Millionen und Spenden das Deutsche Museum. „Damit wird die Zukunft des Deutschen Museums sicher gestellt."
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Das Deutsche Museum in der Luftaufnahme
Mike Schmalz / Ronald Zimmermann Das Deutsche Museum in der Luftaufnahme

MÜNCHEN/BERLIN - Überraschend schnelle Einigung über die Finanzierung: Nach Sparwelle retten Bund, Freistaat mit jeweils 180 Millionen und Spenden das Deutsche Museum. „Damit wird die Zukunft des Deutschen Museums sicher gestellt."

Das Deutsche Museum wird gerettet. Bund und Land werden jeweils 180 Millionen Euro zur Verfügung stellen. 40 Millionen hat Museums-Chef Wolfgang Heckl selbst gesammelt. Die Sanierung des gut hundert Jahre alten maroden Technik-Tempels mit seinen verstaubten Ausstellungen auf der Isar-Insel in München wird rund 400 Millionen Euro kosten. Heckl: „Damit wird die Zukunft des Deutschen Museums sicher gestellt.“

Dabei hat die Politik das Deutsche Museum fast zu Tode gespart – und Heckl fehlen die Ideen. Im Sommer war das Deutsche Museum heftig in die Kritik geraten. Am Dienstag gingen Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch mit Heckl im Schlepptau in die Offensive. Gemeinsam mit Bundesforschungsministerin Annette Schavan verkündeten sie in der bayerischen Vertretung in Berlin überraschend die Einigung bei der Finanzierung des Museums. Dabei hatten die Bayern die Zusage des Bundes gar nicht so schnell erwartet.

Das Deutsche Museum ist mit 1,4 Millionen Besuchern jährlich das begehrteste Museum Deutschlands. Von der Politik aber wurde es stiefmütterlich behandelt. Investiert wurde in den vergangenen Jahrzehnten so gut wie nichts.

Der Betriebshaushalt des Deutschen Museums ist nominal niedriger als vor 20 Jahren. Ganze 52 Millionen Euro standen Heckl im vergangenen Jahr für den Betrieb zur Verfügung. Zum Vergleich: Das Technik-Museum in Paris hat fast den dreifachen Betrag für eine Fläche, die nur ein Drittel des Deutschen Museums umfasst.

Nur 3,6 Millionen Euro steuerte der Bund im vergangenen Jahr für das Deutschen Museums bei, vom Freistaat Bayern kamen ganze 16,6 Millionen. Peanuts im Vergleich zu anderen Investitionen. Der umtriebige Museums-Chef, der auch mal mit Münchens OB-Gattin Edith von Welser vor Fernsehkameras kocht und dabei Stickstoff aus den Töpfen rauchen lässt, ließ nicht mehr locker. Die Botschaft in Berlin lautete gestern: Das Deutsche Museum ist von nationalem Interesse. Ministerpräsident Seehofer lobte die Vorbildfunktion des Aushängeschilds: „Nur ein hohes Niveau in Wissenschaft und Forschung garantiert die Zukunftsfähigkeit unseres Landes und sichert die Arbeitsplätze von morgen.“ bö.

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