Reiter verteidigt Corona-Maßnahmen: "Alkohol konterkariert Vorsicht"

OB Dieter Reiter rechtfertigt die Corona-Maßnahmen. Die nächste naht schon: Sperrstunde um 22 Uhr.
| Nina Job
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
33  Kommentare Empfehlungen
OB Dieter Reiter (SPD) hat die Corona-Maßnahmen der Stadt verteidigt.
Matthias Balk/dpa/Archivbild OB Dieter Reiter (SPD) hat die Corona-Maßnahmen der Stadt verteidigt.

München - Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat am Freitag auf die heftige Kritik des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga reagiert. Der Verband hatte die Corona-Maßnahmen kritisiert, die am Mittwoch in Kraft getreten sind. Darunter das Alkoholausschankverbot ab 22 Uhr und die Beschränkung auf fünf Gästen pro Tisch.

Die Dehoga hatte appelliert, dass die Existenz von 1200 Betrieben auf dem Spiel stehe. Zudem bräuchten die Wirte und Beherbergungsbetriebe mehr Planungssicherheit.

Corona-Regeln sollen länger Bestand haben

Zumindest auf Letzteres können Wirte und Gastgeber nun wohl bauen: Künftig sollen die Corona-Regeln länger Bestand haben, kündigte Reiter an.

Doch die nächsten Corona-Maßnahmen werden wieder ein Schlag ins Gesicht für die Wirte: Spätestens ab einer 7-Tage-Inzidenz über 50 müssen die Gesundheitsämter gemäß des neuen Bund-Länder-Beschlusses anordnen, dass in der Gastronomie bereits um 22 Uhr die Sperrstunde beginnt.

Corona-Regeln in München: Noch keine Sperrstunde

Diesen Wert hat München erreicht. Am Freitag lag er laut Robert Koch-Institut bei 57,7. Der Freistaat hat seine Infektionsschutzverordnung jedoch noch nicht angepasst. Die Stadt München teilte deshalb am Freitag mit, dass bis auf weiteres die bisherigen Regeln gelten. Also keine Sperrstunde, aber ein Alkoholausschankverbot ab 22 Uhr.

"Sobald die Verordnung des Freistaats vorliegt, werden die städtischen Regelungen selbstverständlich schnellstmöglich angepasst", so ein Sprecher.

Kritik an Corona-Maßnahmen

Die Dehoga hatte in ihrem Offenen Brief an Reiter auch kritisiert, dass sich die Corona-Maßnahmen hauptsächlich gegen Gaststätten richten, obwohl sie nur zu 0,5 Prozent zum Infektionsgeschehen beitragen würden.

Dazu stellte Reiter klar, dass sich diese Zahl auf einen RKI-Bericht vom 17. September stützen würde. Auch seien dabei nur 25 Prozent aller Infektionsfälle betrachtet worden. Generell sei im Sommer die Zahl relativ niedrig gewesen.

Lesen Sie auch

"Mittlerweile hat sich das leider fundamental geändert", so der OB in seiner Antwort. Wo Menschen länger und vor allem in größeren Gruppen zusammenkommen, gilt die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Virusverbreitung als besonders hoch. "Vermehrter Alkoholkonsum konterkariert dann schlussendlich jegliche Vorsicht", so Reiter.

Reiter: Keiner hat sich Zustand freiwillig ausgesucht"

Der OB betonte, dass die kürzlich beschlossenen Maßnahmen - insbesondere für die Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe - einschneidend und belastend seien, aber auch notwendig und angemessen. "Keiner hat sich diesen Zustand freiwillig ausgesucht und erträgt die Einschränkungen mit Leichtigkeit", betonte Reiter.

Der Krisenstab habe sich seine Entscheidungen nicht leicht gemacht. "Die Pandemie und ihre Auswirkungen gestalten sich zu einer seit langem nie dagewesenen Kraft- und Belastungsprobe für Jedermann."

Reiter appellierte: "Bitte haben Sie Vertrauen in die Wirk- und Arbeitsweise der städtischen Behörden sowie Institutionen."

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 33  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
33 Kommentare
Artikel kommentieren