Rainer Weiss: Seine Gesellschaft war heiß begehrt

Die Geschichte über das Schwabinger Original Rainer Weiss wird von Barbara Zink hier noch einmal ergänzt.
| Von AZ-Leserin Barbara Zink
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Dieses Gemälde, das Rainer Weiss zeigt (50 x 70 Zentimeter), gemalt von Erich Blaues, hat die AZ im Nachgang der Münchner Gschicht über das frühere Schwabinger Original erreicht. Dafür herzlichen Dank.
ho/AZ Dieses Gemälde, das Rainer Weiss zeigt (50 x 70 Zentimeter), gemalt von Erich Blaues, hat die AZ im Nachgang der Münchner Gschicht über das frühere Schwabinger Original erreicht. Dafür herzlichen Dank.

Zur Geschichte um und über Rainer von Wolfgang Kramer möchte ich auch noch Bezug nehmen.

Ich habe Herrn Weiss wohl besser gekannt als die meisten aus Schwabing. Ich zog mit ihm des Öfteren so gegen mittags um die Häuser, zunächst immer nur auf der Suche nach seiner verlorenen Arm-Prothese, von der er sich nicht mehr erinnern konnte, in welchem Lokal er sie wohl nächtens im Suff abgeschnallt und vergessen hatte.

Unsere Streifzüge begleitete er stets mit der charmanten Bemerkung: "Die (also mich) fick ich nicht, die ist mir zu alt!" Ich war damals so um die 50 Jahre – und dabei ist es auch geblieben. Ich könnte so manche Story von ihm zum Besten geben (allerdings nicht alles druckreif). Als er starb (das muss so zirka 16 bis 18 Jahre her sein) informierte mich ein Freund über seinen Tod. Da ich zu dem Zeitpunkt justament nicht in München war, fragte ich meinen Freund, woher er das wisse.

Es habe mit Bild in der AZ gestanden, war die Antwort – unter dem Stichwort "Augenklappen-Rainer" bekam ich den Artikel auf Anfrage zugesandt. Ich habe ihn lange aufbewahrt, finde ihn aber jetzt nicht mehr. Und im "Filou" in der Feilitzschstraße stand lange ein Bild von Rainer mit Trauerflor.

Sein Grab in Feldafing, wo auch seine Eltern liegen, habe ich einmal besucht und war entsetzt, wie öde es trotz seiner vielen Ehen und "Freunde" war. Keine Blumen, keine Kerzen. Aber das war typisch. Seine Gesellschaft in Schwabing in den Kneipen war ja heiß begehrt, da er sich oft mehr als nur spendabel zeigte.

Als ich ihm aber einmal telefonisch zum Geburtstag gratulierte (ich wohnte damals in Feldmoching), war ich die einzige, die an ihn gedachte hatte – und er bat mich, auf seine Kosten ein Taxi zu nehmen und zu ihm rauszufahren, da er ganz allein war. Was ich auch tat – und er hat sich sehr gefreut.


Und was haben Sie erlebt? Schreiben Sie an die AZ!

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