Räuber verletzt Taxlerin mit Messer - weil es keinen Lohn gab

Der 21-jährige Täter gibt die Vorwürfe zu. Er sei verzweifelt gewesen, weil sein Lohn ausgeblieben war.
| John Schneider
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Der Räuber bedrohte die Taxifahrerin mit einem Arbeitsmesser zum Kabelschneiden. (Symbolbild)
Der Räuber bedrohte die Taxifahrerin mit einem Arbeitsmesser zum Kabelschneiden. (Symbolbild) © Jonas Walzberg/dpa

München - Bis zum 6. August 2020 hatte sich Franz K. (Name geändert) nichts zu Schulden kommen lassen. In den Datenbanken der Polizei tauchte der 21-Jährige nicht auf. 

Täter durch DNA-Abgleich überführt

Und doch kamen ihm die Ermittler aufgrund eines DNA-Abgleichs auf die Spur. Weil das nach einem Raubüberfall sichergestellte Gen-Material zu einem Verwandten von Franz K. passte.

Beim Prozessbeginn gibt der 21-Jährige die Vorwürfe zu. Er war es, der an diesem Sommertag eine damals 62-jährige Taxlerin in Harlaching mit einem Messer bedroht und ausgeraubt hat. Nicht nur für die Staatsanwältin hat Franz K. damit als Heranwachsender eine besonders schwere räuberische Erpressung begangen.

Am Authariplatz stieg der Mann ins Taxi

So haben die Ermittler den Fall rekonstruiert: Die Münchnerin hatte Franz K. am Authariplatz als Fahrgast einsteigen lassen. Er nahm hinter ihr Platz. Die Fahrt sollte nicht weit gehen. Als Fahrtziel nannte der junge Mann die nur einen halben Kilometer entfernte Bruggspergerstraße.

Als sie am Ziel waren, stellte die Taxlerin den Taxameter ab und nannte den Fahrpreis von 8,10 Euro. Doch statt zu bezahlen, umklammerte sie der Mann von hinten, lehnte sich dann vor und umklammerte mit beiden Armen den Hals seines Opfers. Die Frau packte den Unterarm des Angreifers, konnte sich aber nicht befreien.

Sie solle keinen "Mucks machen", sagte der Räuber und bedrohte sie mit einem Arbeitsmesser zum Kabelschneiden. Dabei soll er die Taxlerin am Unterarm verletzt haben.

Mann klaut 170 Euro aus dem Geldbeutel und flieht

Die Frau deutete auf das Seitenfach in der Tür. Der Räuber lockerte den Griff und die Frau konnte ihm den Geldbeutel nach hinten reichen. Franz K. nahm 170 Euro raus, stieg aus dem Taxi und floh in Richtung Jollystraße. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief erfolglos. Aber dann brachte der DNA-Abgleich eine heiße Spur.

Er habe damals als Bauarbeiter gearbeitet und an dem Tag seinen Lohn erwartet, erklärt der 21-Jährige am Dienstag. Der Lohn blieb aus. Weil er sich aber etwas zu essen kaufen wollte, sei er dann auf die Idee mit dem Überfall gekommen.

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Was er denn in Zukunft machen will, wird Franz K. von Stephan Kirchinger, dem Vorsitzenden Richter der Jugendkammer, gefragt. "Kochen ist mein Ding", antwortet der 21-Jährige. Er möchte nach der Haft eine Lehre als Koch beginnen.

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