Preis-Hammer beim MVV: So teuer werden die neuen Tarife

Alle Jahre wieder erhöht der Münchner Verkehrsverbund (MVV) per 1. Januar die Preise für sein Angebot. Bei ihrer Sitzung am Freitag (18.9.) im Rathaus haben sich die Gesellschafter auf eine Erhöhung von durchschnittlich 4,9 Prozent geeinigt.
Die höheren Ticketpreise seien nötig, "um die gestiegenen Betriebskosten, insbesondere für Treibstoffe, aufzufangen", so der MVV in einer Mitteilung nach der Sitzung. Bereits in den Vorjahren wurden die Fahrpreise erhöht, im vergangenen Jahr im Schnitt um 3,9 Prozent, im Jahr zuvor ebenfalls um 4,9 Prozent.
MVV-Tickets 4,9 Prozent teurer
Neben den neuen Preisen hat der MVV auch sein Angebot überarbeitet und einige Ticketarten gestrichen, die nur wenig nachgefragt worden seien. Ein Viertel der bisherigen Ticketarten hat der MVV nach eigenen Angaben gestrichen.
Gleich bleiben die Preise laut MVV bei stark nachgefragten Tickets – das sind die Kurzstrecke, die Einzelfahrkarte für die "Zone M" und die Kindertageskarte.
Das wird teurer:
- Einzelfahrten, zum Beispiel in den Zonen M-7, beziehungsweise 9 Zonen, steigen um 20 Cent auf 18,90 Euro.
- Die Einzelfahrkarte für Kinder kostet neu 2,10 Euro (10 Cent mehr).
- Die Streifenkarte kostet neu 21 Euro (digital nur 19,50 Euro), bisher kostet sie 18,70 Euro.
- Die Streifenkarte U21 kostet neu 10,80 Euro (digital unverändert 10,20 Euro).
- Die Gruppen-Tageskarte, beispielsweise für die Zonen M-5, kostet neu 33,90 Euro (bisher 32,60 Euro).
- Die Single-Tageskarte für die Zone M/1 kostet künftig 10,80 Euro (70 Cent teurer).
- Die MVV-Fahrrad-Tageskarte kostet neu 3,80 Euro (plus 10 Cent), dafür dürfen künftig aber bis zu drei Räder von mitreisenden Kindern (6-14 Jahre alt) mitgenommen werden.
Monatskarten:
- Im Schnitt werden sie 4,8 Prozent teurer laut dem MVV. Jene für die Zone M kostet zum Beispiel künftig 74,80 Euro anstatt bisher 71,40 Euro.
- Die Monatskarte 65 kostet künftig für Zone M 62,30 Euro, für die Zonen M-5 93 Euro.
Lange Strecken und neue Ziele
Für besonders lange Strecken führt der MVV neu eine Preiskappung ein. Das heißt konkret: Alle Fahrten, die über die Zonen M-12, beziehungsweise 14 Zonen hinausgehen, haben den gleichen Preis wie für die Zonen M-12.
Per 1. Januar 2027 gehören wie bereits berichtet der Landkreis Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren zum MVV, dann kann man mit einem Ticket vom Münchner Marienplatz bis nach Kaufbeuren oder über Füssen zum Schloss Neuschwanstein fahren.
Für die Fahrt nach Neuschwanstein braucht man künftig eine Gruppentageskarte (bis zu fünf Personen) für die Zonen M-13 für 43,90 Euro.
Nach Kaufbeuren kommt man mit einem Ticket für die Zonen M-10, ein einfaches Ticket mit Rückfahrt kostet dann 27,90 Euro.
Was sich noch ändert
Beim Sozialticket ("Monatskarte S") für Münchner mit geringem Einkommen entfällt die Sperrzeit – aktuell gilt es nicht für die Zeit zwischen 6 und 9 Uhr in der Früh. Die Sperrzeit hatte bereits im Stadtrat für Kritik gesorgt. Darum haben die Grünen vor einem Jahr beantragt, dass sie abgeschafft werden soll.
Für das digitale Angebot "MVV Swipe", bei dem man vor der Fahrt und beim Ende in der App wischt und das dann automatisch den günstigsten Tarif berechnet, gilt der digitale Streifenkartentarif.