Portalpraxen: Münchner SPD fordert Pilotprojekt

Viele Patienten suchten direkt die Notaufnahmen der Krankenhäuser auf, die Notfallambulanzen seien überlastet, lange Wartezeiten die Folge. Die Münchner SPD setzt sich für Portalpraxen und ein entsprechendes Pilotprojekt ein.  
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"Die bestehenden Strukturen orientieren sich nur unzureichend an den Bedürfnissen der Patienten", so die Münchner SPD. (Symbolbild)
Andreas Gebert/dpa "Die bestehenden Strukturen orientieren sich nur unzureichend an den Bedürfnissen der Patienten", so die Münchner SPD. (Symbolbild)

Viele Patienten suchten direkt die Notaufnahmen der Krankenhäuser auf, die Notfallambulanzen seien überlastet, lange Wartezeiten die Folge. Die Münchner SPD setzt sich für Portalpraxen und ein entsprechendes Pilotprojekt ein.

München - Die Münchner SPD macht sich für eine neue Form eines ärztlichen Bereitschaftsdienstes stark und wünscht sich sogenannte Portalpraxen an mindestens einem der fünf München-Klinik-Standorte.

Die aktuell laufende Umsetzung des Gesundheitskonzepts und dem Umbau der München Kliniken biete die Gelegenheit, an einem der Standorte Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing und Thalkirchner Straße "die baulichen Voraussetzungen" dafür zu schaffen, heißt es in dem SPD-Antrag.

SPD plädiert für Pilotprojekt "Gemeinsamer Tresen"

Darin setzt sich die SPD für ein Pilotprojekt mit dem Arbeitstitel "Gemeinsamer Tresen" ein und möchte eine gemeinsame zentrale Notaufnahme für Notfallambulanz sowie einen ärztlichen Bereitschaftsdienst einrichten. Nach laufendem Monitoring und konkreter Auswertung der Daten sollen die Ergebnisse der Pilotierung dem Stadtrat präsentiert werden, der dann wiederum prüfen soll, ob das Konzept Sinn macht. "Der reguläre Weiterbetrieb der Notaufnahmen an den anderen München-Klinik-Standorten darf dadurch nicht beeinträchtigt werden", heißt es.

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Unübersichtliche Lage?

Die Notfallversorgung ist in Deutschland in drei jeweils eigenständige Bereiche gegliedert: ärztlicher Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), Rettungsdienst und Notaufnahmen der Krankenhäuser. Außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten der Hausärzte sei die Versorgungssituation im ärztlichen Bereitschaftsdienst für Patienten unübersichtlich: "Sie wissen häufig nicht, wann und wo sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen können, oftmals gibt es gar keine festen Bereitschaftspraxen, sondern der Notdienst findet in der Praxis der jeweils diensthabenden Ärzte statt."

SPD: Notfallambulanzen in München überlastet

Mit Blick auf die Situation in München komme erschwerend hinzu, "dass die wohnortnahe Hausarztversorgung nicht flächendeckend in allen Stadtvierteln" gewährleistet sei. Viele Patienten suchten direkt die Notaufnahmen der Krankenhäuser auf, die Notfallambulanzen seien überlastet, lange Wartezeiten die Folge.

Der "gemeinsame Tresen" soll demnach eine zentrale Anlaufstelle von interdisziplinär ausgebildetem Personal sein - die Patienten sollen gegebenenfalls erstversorgt und der geeigneten Fachdisziplin zur Weiterbehandlung zugeleitet werden. Das werde so bereits deutschlandweit an zahlreichen Krankenhäusern gehandhabt.

Lesen Sie hier: Seilbahnen für München - Grüne favorisieren drei Projekte

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