"Warum nicht gleich für alle?": OB Reiter kritisiert Vorstöße für Gratis-Öffis für Senioren

Ein "populistisches Wettrennen um die beste Schlagzeile" wirft Oberbürgermeister Reiter (SPD) der ÖDP und Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) vor.
"Populistisches Wettrennen": OB Reiter kritisiert Krause und ÖDP
Krause hatte auf dem Roten AZ-Sofa vor einigen Wochen gefordert, dass Senioren ab 80 gratis mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren dürfen (und hatte damit einen Vorschlag von MVG-Chef Wortmann wieder aufgegriffen).

Die ÖDP hat nachgedoppelt und in einem Antrag gefordert, dass schon Senioren ab 70 gratis fahren sollen.
"Die nächste Frage liegt auf der Hand: Warum dann nicht ab 60 – oder gleich für alle?", antwortet nun der OB rhetorisch in einer Mitteilung. Kostenloser Nahverkehr klinge gut, verspreche "soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und weniger Verkehr", so Reiter. Aber: "Wer in dieser Situation Einnahmen abschaffen will, muss sagen, wie das finanziert werden soll". Wer das nicht tue, "betreibt keine verantwortungsvolle Politik, sondern weckt Erwartungen, die zwangsläufig enttäuscht werden", so Reiter weiter.
Der Zweite Bürgermeister Dominik Krause hatte ins Spiel gebracht, die Gratis-Öffis für Senioren mit dem Abbau von Ticketautomaten und der Abschaffung von Papiertickets zu finanzieren. "Das mag man mit 35 für zeitgemäß halten", ätzt nun Reiter in Richtung Krause, "viele ältere Menschen werden dadurch aber abgehängt".
Am 27. Januar wird der Stadtrat im Wirtschaftsausschuss über den ÖDP-Vorschlag diskutieren.