Polizeibilanz zur "Querdenken"-Demo am Samstag: 120 Anzeigen

Die Polizei zeigt im Rahmen der großen "Querdenken"-Demo am Samstag insgesamt 120 Personen an. Die meisten, weil sie keinen Mund-Nasen-Schutz getragen haben.
| AZ/dpa
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Polizisten überwachen das Demo-Geschehen auf der Theresienwiese.
Polizisten überwachen das Demo-Geschehen auf der Theresienwiese. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

München - Die Polizei hat im Zuge der Corona-Demonstration in München am Samstag über 120 Anzeigen aufgenommen.

Über 100 Menschen seien angezeigt worden, weil sie auf der Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen keinen Mund-Nasen-Schutz trugen, wie die Polizei mitteilte. Mehr als 20 weitere Menschen wurden wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung, Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz angezeigt. Wie viele Menschen festgenommen wurden, teilten die Beamten zunächst nicht mit. "In den meisten Fällen konnten die betroffenen Personen nach der Anzeigenbearbeitung wieder entlassen werden", hieß es von der Polizei.

Demo musste zeitweise unterbrochen werden

Zur Corona-Demonstration in München waren am Samstag doppelt so viele Teilnehmer gekommen wie von den Veranstaltern angekündigt. Die Polizei sprach von etwa 10.000 Teilnehmern auf der Kundgebung. Die Organisatoren der Demo, die Initiative "Querdenken 089", hatten 5.000 Teilnehmer angemeldet. Die Hauptkundgebung musste knapp eine Stunde nach Beginn unterbrochen werden, weil Abstandsregeln nicht eingehalten wurden und Teilnehmer keine Masken trugen.

Auch an dem vorangegangenen Demonstrationszug durch die Münchner Innenstadt hatten deutlich mehr Menschen teilgenommen als zugelassen waren. Nach Polizeiangaben waren es in der Spitze 3.000 statt der erlaubten 500. Weil die Zahl so deutlich überschritten worden sei und viele Teilnehmer keine Maske getragen hätten, hatte die Polizei den Zug gestoppt. Kurz darauf brachen die Veranstalter den Zug ab und baten die Teilnehmer, sich zur Hauptkundgebung auf der Theresienwiese zu versammeln.

Zudem kam es im Rahmen des Demo-Geschehens zu mehreren Festnahmen. "Die Zahl der Festnahmen lag im unteren zweistelligen Bereich", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums am Sonntag. Ob es sich dabei um Teilnehmer der Kundgebung auf der Theresienwiese oder des vorhergehenden Demonstrationszuges handelte – oder um Gegendemonstranten, konnte die Polizei zunächst nicht sagen.

Bundespolizei erstattet 45 Anzeigen

Die Bundespolizei war an den Bahnhöfen in München mit rund 170 Beamten im Einsatz, der Großteil natürlich am Hauptbahnhof. Insgesamt gab es hier 45 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz. 44 davon wegen des Verdachts der Vorlage falscher Atteste. In diesen Fällen sind nun weitere Ermittlungen der Polizei notwendig.

Einsatzleiter Polizeidirektor Jürgen Vanselow war dennoch sehr zufrieden mit dem Einsatz: "Allein 1.200 Gefährderansprachen wegen nicht vorhandener oder nicht richtig getragener Mund-Nasenbedeckung belegen eindrucksvoll die Arbeit, vorwiegend im Hauptbahnhof München."

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