Politiker wollen Handy-Ladestationen an MVG-Haltestellten in München

Der Bezirksausschuss Berg am Laim wünscht sich Ladestationen für Smartphones an Nahverkehrs-Haltestellen in München.
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In Paris ist es bereits möglich, sein Handy an einer öffentlichen Bushaltestelle aufzuladen.
dpa/Franziska Jäger In Paris ist es bereits möglich, sein Handy an einer öffentlichen Bushaltestelle aufzuladen.

München - In London oder Paris gehören sie längst zum Alltag, in Berlin wurden sie bereits im Probebetrieb getestet und für gut befunden: USB-Ladestationen an Nahverkehrs-Haltestellen, an denen die Bewohner der Stadt unterwegs ihr Smartphone aufladen können.

Denn wer kennt dieses Problem nicht: Immer genau dann, wenn das Handy dringend gebraucht wird, ist der Akku leer. Und manchmal hat das richtig unangenehmen Folgen, wie geplatzte Verabredungen, verpasste Anrufe oder schlicht das Problem, dass das Handy als Navigationsgerät nicht mehr zur Verfügung steht.

Deshalb hat die SPD-Fraktion des Bezirksausschusses (BA) Berg am Laim nun einen Vorstoß gemacht und vorgeschlagen, auch in München an Nahverkehrs-Haltestellen und in U-Bahnen, Trambahnen und Bussen USB-Ladestationen anzubieten. Entweder kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr für den Strom. Als mögliche Standorte nannte die SPD die Tram- und U-Bahnhaltestelle Ostbahnhof, die Tram- und Bushaltestelle St.-Veit-Straße und die U-Bahnhaltestellen Kreillerstraße, Josephsburg sowie den Innsbrucker Ring.

In Berlin gibt es bereits Ladestationen

Vor gut einem Monat hat der BA Berg am Laim dafür einen Antrag an die Stadt gestellt, mit der Bitte, die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) solle eine Installierung von Lademöglichkeiten in Fahrzeugen und an Haltestellen prüfen. So könnten die Münchner, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, die Wartezeiten an den Stationen gut nutzen. Zumal die Akkukapazität von Smartphones mit dem Nutzungsverhalten der Handybesitzer oft nicht in Einklang stünden, so die Begründung im Antrag der SPD.

In Berlin gab es dazu bereits mehrere Testläufe. Seit 2015 haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) abwechselnd in jeweils drei Bussen USB-Ladestationen angeboten. Nun könnte diese Möglichkeit dauerhaft eingeführt werden: "Wir schreiben das derzeit gerade aus", sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz der AZ auf Anfrage. Einen großen Lade-Boom habe es allerdings nicht gegeben, berichtet Reetz. "Die meisten fahren nicht weiter als drei Stationen, da lohnt es sich kaum, das Ladekabel extra auszupacken." In großen Metropolen seien die Menschen meistens in Eile. Dennoch zeigten sich die BVG offen für innovative Ideen - wie auch andere Großstädte: In London, Paris oder Palma de Mallorca gehören öffentliche USB-Ladestationen längst zum Alltag.

München erteilt vorerst eine Absage

In München wird es so schnell allerdings keine Ladestationen geben - zumindest nicht als Angebot der MVG. Auf den Antrag des BA Berg am Laim gab es eine Absage. "Die Ausstattung der Fahrzeuge oder Stationen der MVG mit USB-Lademöglichkeiten ist nicht geplant, auch nicht bei Neubeschaffungen", heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. Die Begründung: Es entstünden zu hohe Kosten für den Einbau und die Instandhaltung und Reinigung, außerdem sei das Vandalismusrisiko hoch. Des Weiteren hielten sich die Fahrgäste - anders als etwa im Regional- oder Fernverkehr der Deutschen Bahn - in der Regel nur wenige Minuten in den MVG-Verkehrsmitteln oder an den Haltestellen auf. Bei einem möglichen Einbau in Trambahnen bestehe das Problem, dass es sich um Einbauten in Schienenfahrzeuge handeln würde, die gegenüber der Technischen Aufsichtsbehörde zulassungsrelevant wären.

Weiteres Problem aus Sicht der Stadt: Die lange Lebensdauer von mindestens 40 Jahren bei U- und Trambahnen: "Die technischen Standards im Bereich USB/Handy würden sich im Laufe eines Fahrzeuglebens oft ändern, so dass die Technik stetig angepasst werden müsste. Dem finanziellen Aufwand für Installation und Instandhaltung der USB-Ladebuchsen stünden auch keine zusätzlichen Einnahmen gegenüber, da ein solches Angebot keine Steigerung der Fahrgastnachfrage generieren würde", so die Stadt.

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