Plakate der 70er: Olympia, Bier und viele Nackerte

Schickeria, Minirock und sexuelle Befreiung. Wie frech München sich in den 70er Jahren selbst gefeiert hat, sieht man auch an der Reklame an den Litfaßsäulen.
| Irene Kleber
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1972: Während der Olympischen Spiele wirbt die Münchner Brauerei Löwenbräu mit ihrer neuen Biersorte, dem "Olympia-Pils". Erfunden hatte das Olympia-Bier das Brauhaus Garmisch, das Löwenbräu aufgekauft hat.
Plakate: Ströer, Repros: D. von Loeper 10 1972: Während der Olympischen Spiele wirbt die Münchner Brauerei Löwenbräu mit ihrer neuen Biersorte, dem "Olympia-Pils". Erfunden hatte das Olympia-Bier das Brauhaus Garmisch, das Löwenbräu aufgekauft hat.
1972: Die Olympischen Spiele in München beginnen heiter – und enden mit einem blutigen Attentat.
Plakate: Ströer, Repros: D. von Loeper 10 1972: Die Olympischen Spiele in München beginnen heiter – und enden mit einem blutigen Attentat.
1973 produziert die Constantin Film in München Teil fünf der Softsex-Reihe "Schulmädchen-Report" über die Sexabenteuer von Schülerinnen.
Plakate: Ströer, Repros: D. von Loeper 10 1973 produziert die Constantin Film in München Teil fünf der Softsex-Reihe "Schulmädchen-Report" über die Sexabenteuer von Schülerinnen.
Und nochmal Nackerte: 1972 lockt Andy Warhols Farbfilm "Hollywood" (Original: "Heat", Regie: Paul Morrissey) die Münchner in Scharen ins Kino. Eine Erotikkomödie, in der sich eine alternde Diva (Sylvia Miles) als Gönnerin eines Ex-Kinderstars (Joe Dallesandro) aufspielt.
Plakate: Ströer, Repros: D. von Loeper 10 Und nochmal Nackerte: 1972 lockt Andy Warhols Farbfilm "Hollywood" (Original: "Heat", Regie: Paul Morrissey) die Münchner in Scharen ins Kino. Eine Erotikkomödie, in der sich eine alternde Diva (Sylvia Miles) als Gönnerin eines Ex-Kinderstars (Joe Dallesandro) aufspielt.
1977: "Der beste, besoffenste, komischste und böseste Film, der je über das geheiligte Münchner Oktoberfest losgelassen wurde", schreibt die legendäre Filmkritikerin Ponkie in der Abendzeitung über Herbert Achternbuschs Farbfilm "Bierkampf". Achternbusch ist hier nicht nur Produzent, führt Buch und Regie, er spielt auch selber mit. In der Rolle von "Herbert", der mit einer gestohlenen Uniform einen Polizisten spielt.
Plakate: Ströer, Repros: D. von Loeper 10 1977: "Der beste, besoffenste, komischste und böseste Film, der je über das geheiligte Münchner Oktoberfest losgelassen wurde", schreibt die legendäre Filmkritikerin Ponkie in der Abendzeitung über Herbert Achternbuschs Farbfilm "Bierkampf". Achternbusch ist hier nicht nur Produzent, führt Buch und Regie, er spielt auch selber mit. In der Rolle von "Herbert", der mit einer gestohlenen Uniform einen Polizisten spielt.
Nationalpreis A . . . gesicht: 1,5 Millionen Leser hat die Satirezeitschrift "Pardon" (1961-1982) zu besten Zeiten. Franz Josef Strauß verklagt Pardon 18 Mal und verliert immer. 1979 trennen sich Mitarbeiter und gründen die "Titanic".
Plakate: Ströer, Repros: D. von Loeper 10 Nationalpreis A . . . gesicht: 1,5 Millionen Leser hat die Satirezeitschrift "Pardon" (1961-1982) zu besten Zeiten. Franz Josef Strauß verklagt Pardon 18 Mal und verliert immer. 1979 trennen sich Mitarbeiter und gründen die "Titanic".
1973: Die Trabrennbahn Daglfing, die in den 70ern einen neuen Boom erlebt, wirbt mit dem Abendrennen, das erstmals am 18. April stattfindet, und preist mit diesem Plakat ihr neues "modernstes geheiztes Tribünenhaus" an. Am Ostersonntag bieten sich schöne Gewinnchancen: 15.000 D-Mark Preisgeld gibt’s beim Internationalen Oster-Preis.
Plakate: Ströer, Repros: D. von Loeper 10 1973: Die Trabrennbahn Daglfing, die in den 70ern einen neuen Boom erlebt, wirbt mit dem Abendrennen, das erstmals am 18. April stattfindet, und preist mit diesem Plakat ihr neues "modernstes geheiztes Tribünenhaus" an. Am Ostersonntag bieten sich schöne Gewinnchancen: 15.000 D-Mark Preisgeld gibt’s beim Internationalen Oster-Preis.
1967: Bekannt wurde er unter anderem als "Derrick" doch schon 1967 sah man Horst Tappert in "Heißer Sand auf Sylt" in der Hauptrolle als ein sich in der Midlife-Crisis befindenden Geschäftsmann auf Abwegen.
Plakate: Ströer, Repros: D. von Loeper 10 1967: Bekannt wurde er unter anderem als "Derrick" doch schon 1967 sah man Horst Tappert in "Heißer Sand auf Sylt" in der Hauptrolle als ein sich in der Midlife-Crisis befindenden Geschäftsmann auf Abwegen.
1981: Werbung für Rosa von Praunheims Dokumentarfilm "Rote Liebe".
Plakate: Ströer, Repros: D. von Loeper 10 1981: Werbung für Rosa von Praunheims Dokumentarfilm "Rote Liebe".
1974:Ein Klassiker des deutschen Kinos. In Rainer Werner Fassbinders "Angst essen Seele auf", sah man Brigitte Mira als alte Witwe und Putzfrau, die sich in einen 20 Jahre jüngeren marokkanischen Gastarbeiter verliebt.
Plakate: Ströer, Repros: D. von Loeper 10 1974:Ein Klassiker des deutschen Kinos. In Rainer Werner Fassbinders "Angst essen Seele auf", sah man Brigitte Mira als alte Witwe und Putzfrau, die sich in einen 20 Jahre jüngeren marokkanischen Gastarbeiter verliebt.

München - Es ist das Jahrzehnt der Münchner Schickeria, der Weltstars, die sich in den Clubs und Edelkneipen die Klinke in die Hand geben. Aber auch der Miniröcke und Nackerten im Englischen Garten. München in den 70er Jahren – es feiert sich und liebt und tanzt. Trotz der Olympischen Spiele, die 1972 heiter beginnen und tödlich enden, trotz Terrorismus und Geiselnahmen.

Olympia-Pils und Schulmädchenreport

Vor Olympia hat die Stadt ein beispielloses Bauprogramm begonnen. Für Wohnungen, für die U-Bahn, die Fußgängerzone und den Gasteig. Das Blow Up am Schwabinger Elisabethplatz wird die erste Großraumdisco Deutschlands. An der Leopoldstraße eröffnet das futuristische Einkaufszentrum Schwabylon.

Nicht nur die Musikindustrie boomt (wie in den Musicland-Studios im Keller des Arabella-Hochhauses, wo die Stones und Queen ihre Hits aufnehmen), auch die Sexfilmindustrie blüht. Bei der Constantin Film werden die Pseudo-Dokufilmchen vom Schulmädchen-Report Kult.

Wie es aussah, das narrische, freche München der 70er, kann man auch an den Reklametafeln sehen, die sich im Archiv des Werbevermarkters Ströer finden.

Die AZ zeigt in der Bildergalerie eine Auswahl.

Münchner Plakate aus den Sechzigern: Zwischen Wohlstand und Protest

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