Personen eingebrochen: Polizei räumt Kleinhesseloher See

In einer dramatischen Aktion räumt die Polizei am Dienstag erneut den Kleinhesseloher See. Dutzende Münchner wagen sich aufs Eis, etliche brechen ein.
| Ralph Hub
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Ein Absperrband rund um den Kleinhesseloher See. Die Polizei achtet darauf, dass niemand die Eisfläche betritt.
Ein Absperrband rund um den Kleinhesseloher See. Die Polizei achtet darauf, dass niemand die Eisfläche betritt. © Daniel von Loeper

München - Schnee, Sonne, blauer Himmel – lange war der Winter in der Stadt nicht mehr so schön. Die Münchner zieht es in Scharen ins Freie, in die Parks und auf zugefrorene Gewässer. Ein bisschen Abwechslung im tristen Corona-Lockdown.

Viele Seen und Kanäle sind zwar zugefroren, doch das Eis trägt nicht. Am Dienstag setzte Tauwetter ein, "das Eis begann sofort zu schmelzen", sagt Polizeisprecher Werner Kraus.

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Polizeisprecher Kraus: "Immer wieder gingen Menschen aufs Eis"

Auf dem Kleinhesseloher See im Englischen Garten tummelten sich am Dienstag den ganzen Tag über trotzdem Dutzende Spaziergänger. "Immer wieder gingen Menschen aufs Eis", sagt Werner Kraus. Bis es zu den ersten Unfällen kam. Mehrere Menschen brachen im Uferbereich des Sees durchs Eis. Alle konnten sich selbst an das Ufer retten. Laut Polizei wurde niemand verletzt.

Der Kleinhesseloher See wurde daraufhin gesperrt. Über Lautsprecherdurchsagen wurden Spaziergänger aufgefordert, die Eisfläche zu räumen. Nicht alle waren begeistert. Insgesamt war die Polizei im Englischen Garten gestern mit 30 Beamten im Einsatz. Mancher Polizist musste sich Vorwürfe anhören, er und die Kollegen seien "Spielverderber". Man wolle "den Leuten den Spaß verderben".

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Der Kleinhesseloher See ist inzwischen abgesperrt

Auch auf dem Nymphenburger Schlosskanal ist das Eis brüchig. In den vergangenen Tagen drängelten sich überall die Menschen, einige hatten ihre Schlittschuhe dabei, zogen gemächlich ihre Bahnen, andere spielten in Gruppen Eishockey. Die erforderlichen Abstände zum Schutz vor Covid-19 ließen sich kaum mehr einhalten. Zu dicht war mancherorts das Gedrängel auf dem Eis.

Die Eisdecke auf den Seen in München und im Umland ist durch das Tauwetter inzwischen stark abgeschmolzen. "Es besteht für jeden, der sich aufs Eis wagt, Lebensgefahr", warnt Polizeisprecher Werner Kraus. Der Kleinhesseloher See ist inzwischen abgesperrt. Die Polizei fährt Streife, wie auch an vielen anderen Gewässern.

"Aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen verliert ein ins Eis eingebrochener Mensch innerhalb kurzer Zeit das Bewusstsein und läuft Gefahr zu ertrinken", sagt Daniela Haupt, Sprecherin der Wasserwacht.

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Dünnes Eis: Diese Ratschläge sollten Sie beachten

Im Notfall gelten folgende Regeln: Unbedingt solle man vermeiden, dass man unter das Eis gerät. So wenig wie möglich bewegen, um möglichst wenig Körpertemperatur zu verlieren. Ruhe bewahren. Um Hilfe rufen.

Nur mit Hilfsmitteln wie Rettungsring, Leitern (teilweise an Seen im Uferbereich), Ästen, einem Seil oder ähnlichen Dingen, die zur Verfügung stehen, die eingebrochene Person absichern. Umgehend den Notruf 112 verständigen.

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