Nächster Halt: Braukeller – Tramfahrt durch Münchens Biergeschichte

Mit der Tram auf den Spuren der Bierstadt München: Eine ungewöhnliche Stadtführung zeigt historische Brauereien, vergessene Kühlkeller und lauschige Biergärten abseits der überfüllten Innenstadt – inklusive Einblicke in Geschichte, Genuss und Münchens besondere Bierkultur.
von  Ruth Frömmer
Max Richter (l.) und Barbara Feige führen per Tram und zu Fuß durch München und zeigen, dass Bier schon seit Jahrhunderten eng mit der Stadt verwoben ist. Los geht’s beim Denkmal von Max I. Joseph, dem Urvater der Münchner Biergärten.
Max Richter (l.) und Barbara Feige führen per Tram und zu Fuß durch München und zeigen, dass Bier schon seit Jahrhunderten eng mit der Stadt verwoben ist. Los geht’s beim Denkmal von Max I. Joseph, dem Urvater der Münchner Biergärten. © Daniel Loeper

Klassische Stadtführungen werden immer beliebter. An sonnigen Samstagen machen die vielen Gruppen die Innenstadt und vor allem den Viktualienmarkt ziemlich ungemütlich. Barbara Feige von "Herz und Heimat Stadtführungen" führt ihre Kunden deshalb raus aus dem Zentrum – per Trambahn.

Ihre neueste Tour beschäftigt sich mit der Bierstadt München. Hier erfährt man viel über die Geschichte des Bieres, der Stadt und die vielen Brauereien, die es einst in München gab.

Die AZ hat mitgemacht und war sehr angetan. Auch, wer Vorkenntnisse hat, erfährt hier noch einiges. Der Treffpunkt am Max-Joseph-Denkmal vor der Oper könnte treffender nicht sein. Immerhin gilt der erste König Bayerns Max I. Joseph (1756-1825) als der Vater der Biergärten. Auf ihn geht die Biergartenverordnung von 1812 zurück, die uns bis heute erlaubt, eigene Speisen mit in den Biergarten zu bringen.

Das Gebäude hinter Max Richter steht immer noch im Innenhof an der Einsteinstraße. Früher braute dort Unionsbräu Bier.
Das Gebäude hinter Max Richter steht immer noch im Innenhof an der Einsteinstraße. Früher braute dort Unionsbräu Bier. © Daniel Loeper

Nächster Stopp: Unionsbräu

Das alles und viel mehr erzählt Stadtführer Max Richter seiner Gruppe. Im Gepäck hat er viel Bildmaterial und Bücher. Weiter geht’s mit der Tramlinie 19, vorbei am Maxmonument und am Maximilianeum zum Max-Weber-Platz.
Dort in der Einsteinstraße befinden sich noch immer die Gebäude von Unionsbräu. Joseph Schülein gründete die Brauerei im Jahr 1885, übernahm 1905 die Münchner-Kindl-Brauerei und fusionierte 1921 mit Löwenbräu. Unionsbräu ist Geschichte. Aktuell steht das Haus leer. Lediglich im Keller befindet sich der Jazzclub Unterfahrt.

Das Kellergewölbe unter dem Max-Weber-Platz ist lang und verschlungen.
Das Kellergewölbe unter dem Max-Weber-Platz ist lang und verschlungen. © Daniel Loeper

Von Kühlkeller bis Herbergshäusl

Der Weg durch die ehemaligen Kühlkeller und den Innenhof über den Johannisplatz Richtung Herbergshäusl an der Kreppe lässt erahnen, wie sich das Leben rund um eine Brauerei im vergangenen Jahrhundert abgespielt haben könnte. Bei Bier und Brotzeitbrettl im Hofbräukeller am Wiener Platz endet die Tour gemütlich.

Die Trambahn bringt die Gruppe zu den verschiedenen Brauerei-Stationen.
Die Trambahn bringt die Gruppe zu den verschiedenen Brauerei-Stationen. © Daniel Loeper

Die Führungen werden nach persönlichen Wünschen und körperlicher Fitness individuell zusammengestellt. Von Augustiner über Giesinger bis Paulaner: Auch andere Brauereien und Viertel sind möglich. Eine Führung für maximal 20 Personen dauert rund drei Stunden und kostet 348 Euro. Für die Verpflegung kommen noch einmal rund 20 Euro pro Person dazu.

Eine Buchung ist möglich unter der Telefonnummer 0170 7354 482
oder unter https://herz-und-heimat.bayern

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