Per Heli in Partnerkliniken: Lebensrettende 90 Minuten

Ein Pilotprojekt der Klinik Harlaching hilft Schlaganfallpatienten - jetzt gibt es erste Auswertungen des "Flying Intervention Team".
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Aus Harlaching fliegen Ärzte zu Patienten, nicht die Patienten zu den Ärzten in die Klinik.
München Klinik Aus Harlaching fliegen Ärzte zu Patienten, nicht die Patienten zu den Ärzten in die Klinik.

München - Ein weltweit einzigartiges Pilotprojekt der München Klinik Harlaching will die Überlebenschancen für Schlaganfallpatienten verbessern. Dafür fliegen Ärzte des "Flying Intervention Team" (FIT) per Helikopter in Partnerkliniken ins Umland, weil das deutlich schneller geht, als Patienten zu verlegen - im Schnitt 90 Minuten, wie nun erste Auswertungen zeigen.

Zeit sei der entscheidende Faktor bei der Schlaganfallversorgung, wie die München Klinik mitteilt. Denn pro Minute würden rund 1,9 Millionen Nervenzellen sterben. Eine Zeitersparnis bedeute für die Patienten daher höhere Überlebenschancen und ein geringeres Risiko für Folgeschäden auch bei schweren Verläufen. Mit rund 270 000 jährlichen Betroffenen sei der Schlaganfall in Deutschland die dritthäufigste Todesursache.

90 Minuten werden durchschnittlich eingespart

Daten des im Februar 2018 gestarteten Projekts zeigen: Bei 60 FIT-Flügen habe man gegenüber 57 Patientenverlegungen durchschnittlich 90 Minuten eingespart, so die München Klinik. Unbehandelt würde ein Gehirn in dieser Zeit 5,4 Jahre altern.

Die Zeit von der Ankunft des Patienten im Krankenhaus bis zum Eingriff sei sogar um 110 Minuten gesunken. Grund dafür sei, dass Ärzte vor Ort vorbereitende Maßnahmen bereits vor Eintreffen der fliegenden Spezialisten durchführten; die dann direkt mit der Wiederöffnung der Gefäße (Thrombektomie) beginnen.

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Die Krankenkassen finanzieren das Pilotprojekt zunächst für drei Jahre. Schlaganfall-Experten aus der Harlachinger Klinik haben es initiiert und gemeinsam mit Neuroradiologen des Klinikums rechts der Isar umgesetzt. Auf Basis der erhobenen Daten will sich die München Klinik nun dafür einsetzen, dass in Zukunft alle geeigneten Patienten in Südostbayern von dem neuen Modell profitieren können.

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