Paulaner Bräuhaus: Wer wird der neue Wirt?
Nur wenige Münchner wissen, dass in der Isarvorstadt im 19. Jahrhundert Biergeschichte geschrieben wurde. Nun geht dort wieder ein Kapitel zu Ende. Hermann Zimmerer hört zum Jahresende als Wirt im Paulaner Bräuhaus auf. 1881 gründeten die Brüder Eugen und Ludwig Thomaß am Kapuzinerplatz 5 Thomasbräu. Während man dort als eine der ersten Brauereien überhaupt Münchner Hell braute, entstand 1893 das zugehörige Gasthaus.
Die Geschichte vom Paulaner Bräuhaus in München: 1928 fusionieren Thomasbräu und Paulaner
1928 fusionierte Thomasbräu mit Paulaner zu Paulaner Salvator Thomas Bräu. Erst 1994 verschwand der Name Thomasbräu komplett. 1989 zog in die großzügigen Gasträume das Paulaner Bräuhaus mit seinen berühmten Kupfertanks ein. Bekannt ist auch der zugehörige Biergarten mit 600 Plätzen im Innenhof. Der letzte große Umbau fand im Jahr 2013 statt. Das Haus wurde generalsaniert und gemeinsam mit dem Wirt Hermann Zimmerer wiedereröffnet.

Zum Jahresende verabschiedet er sich von seinen Gästen. Gut möglich, dass sein Nachfolger schon feststeht. Bei Paulaner möchte man sich dazu nicht äußern. "Wir werden zur gegebenen Zeit kommunizieren, wie es weitergeht", heißt es lediglich aus der Brauerei. Zimmerer setzt sich noch nicht ganz zur Ruhe. "Die Arbeit geht mir auch im neuen Jahr nicht aus", sagt der 64-Jährige zur AZ. Er ist auch Wirt im Wirtshaus zum Straubinger an der Schrannenhalle. Sein Pachtvertrag dort läuft noch bis 2028. Außerdem betreibt er das Wirtshaus Zwickl am Viktualienmarkt.
Hausbier wird auch in Zukunft gebraut
Das Paulaner Bräuhaus verlasse er mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Es war eine schöne, aber auch anstrengende Zeit", so Zimmerer. "Bräuhaus" ist nicht nur Name, sondern auch Programm am Kapuzinerplatz. Für den Ausschank wird vor Ort Zwickl- und Weißbier nach eigenen Rezepten gebraut und abwechselnd verschiedene Saisonbiere. Zimmerer hofft, dass seine Nachfolge dieses Konzept ebenso erfolgreich weiterführt.

Das ist gut möglich, denn eines weiß er schon: "Es freut mich, dass unsere Braumeisterin Annalena Ebner an Bord bleiben wird." Was mit dem Rest der rund 40 Mitarbeiter passiert, ist noch unklar. Das Bräuhaus bleibt vorerst geschlossen. Paulaner möchte den Gastraum sanieren und die Brauanlage technisch auf Vordermann bringen. Die große Wiedereröffnung wird dann im April gefeiert.

