Parkdesaster in Freiham: CSU-Vorschlag soll endlich Erlösung bringen

Bei vielen Bewohnern in Freiham hat sich wegen fehlender Parkplätze Frust angestaut. Die CSU fordert jetzt: Die Stadt soll ein Parkhaus bauen. So reagiert der Stadtrat. 
Autorenprofilbild Christina Hertel
Christina Hertel
|
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
19  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Im Neubaugebiet Freiham im Münchner Westen gibt es Krach um Parkplätze. Die CSU fordert nun ein Parkhaus.
Im Neubaugebiet Freiham im Münchner Westen gibt es Krach um Parkplätze. Die CSU fordert nun ein Parkhaus. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Freiham gilt als das größte Neubaugebiet Europas. 25.000 Menschen sollen hier einmal leben. 8000 sind schon da – und bei vielen von ihnen hat sich Frust angestaut. Denn es gibt in den Tiefgaragen längst nicht für alle Bewohner einen Parkplatz. An der Oberfläche ist Parken nur eingeschränkt möglich. Bei zwei Petitionen, die mehr Parkplätze fordern, sind 1400 Unterschriften zusammengekommen.

Um die Situation zu entspannen, wollen die Grünen eine bessere Anbindung Freihams durch Busse und einen Zehn-Minuten-Takt bei der S-Bahn. Bereits vor ein paar Tagen hat die AZ darüber berichtet.

Jetzt stellt auch die CSU einen Antrag: Die Stadt soll ein temporäres Parkhaus auf einem Baufeld errichten. "Wir dürfen den Blick nicht vor der Wirklichkeit verschließen. Solange es keinen leistungsfähigen ÖPNV und vor allem keine U-Bahn in Freiham gibt, brauchen die Menschen vor Ort ihre Autos", sagt CSU-Stadträtin Heike Kainz.

"Ein Parkhaus als Zwischenlösung auf einer Fläche, die derzeit noch nicht bebaut wird, wäre eine pragmatische und schnell umsetzbare Lösung."

CSU: "Die Stadt muss nachbessern"

Der Chef des Bezirksausschusses Sebastian Kriesel (CSU) begrüßt den Vorschlag: "Die Verkehrskonzeption in Freiham ist gescheitert", findet er. Ihm werde berichtet, dass Menschen regelmäßig bis zu einer halben Stunde einen Parkplatz suchen. "Die Stadt muss nachbessern und das zügig!", fordert Kriesel.

Und wie reagiert der Stadtrat? Wenig erstaunlich: FDP-Chef Jörg Hoffmann begrüßt eine, wie er sagt, "Reparatur des verkorksten Verkehrskonzepts".

Doch verwehren wollen sich auch die Grünen neuen Parkplätzen nicht. Wenn die Parkflächen im ersten Bau-Abschnitt von Freiham nicht ausreichen sollten, sagt Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher, sei ein Interim auf Flächen möglich, die später bebaut werden. Aber: "Auf keinen Fall wollen wir das Parken städtisch subventionieren, gerade in Zeiten, in denen wir uns schon schwertun, das Angebot für den Öffentlichen Verkehr aufrechtzuerhalten."

Auch SPDlerin Simone Burger wirkt nicht ganz abgeneigt, etwas zu ändern: "Wenn es wirklich ein Chaos gibt, würden auch wir handeln." Doch: Parkplätze in Tiefgaragen oder Parkhäusern zu schaffen, koste Geld und das treibe in der Regel die Mieten in die Höhe – und das wolle die SPD bekanntlich nicht.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
19 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
  • Bob2 am 17.01.2026 07:25 Uhr / Bewertung:

    Die Leute die Autofreie Stadt als Idee initiiert haben leben im Zentrum in einer WG. Die Realität zeigt leider, dass ein Leben ohne Auto außerhalb vom Zentrum nicht lebenswert und utopisch ist. Ein Mensch ohne Auto ist wie ein Mensch ohne Schuhe

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • Flo91 am 16.01.2026 12:14 Uhr / Bewertung:

    Wer dort hingezogen ist, wusste auf was er sich einlässt. Sich hinterher zu beschweren ist billig...

    Und wie ein Vorredner schon festgestellt hat, die CSU hat eine viel schneller zu realisierende (und günstigere Tram) verhindert... Vmtl um sich jetzt als "Retter" darstellen zu können.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • Chris_1860 am 16.01.2026 10:29 Uhr / Bewertung:

    Eine völlig sinnlose, am Bedarf der Bürger bewusst vorbeigeplante, von den Grün-Roten herbeigeführte Chaos-Situation:

    "Wie alle anderen Baugesellschaften sei auch die Münchner Wohnen den Empfehlungen des Mobilitätskonzeptes der Landeshauptstadt zu einem reduzierten Stellplatzschlüssel gefolgt. Demzufolge verfügten lediglich 40 bis 50 Prozent ihrer Freihamer Wohnungen über einen Tiefgaragenstellplatz. Sprich: Maximal die Hälfte der Bewohner kann dort parken. „Dass kein Stellplatz zur neuen Wohnung garantiert werden kann, möchten wir zukünftigen Mietern so früh wie möglich kommunizieren“, teilt die Wohngesellschaft weiter mit. Wer Interesse hat, muss ein Formblatt ausfüllen, dann entscheidet das Los."

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.