P1-Besitzer Franz Rauch: "Schnupperfreiheit für die Gastro"

P1-Besitzer Franz Rauch in der AZ über ein Licht am Ende des Feier-Tunnels, sein neues Hobby - und ob es ihn stört, dass die brasilianische Coronamutation ausgerechnet genauso heißt wie sein berühmter Club.
| Kimberly Hagen
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Daumen hoch, optimistisch bleiben, hilft ja nix: Franz Rauch und sein Sohn Sebastian Goller vorm P1, Münchens berühmtester Disco. (Archivbild)
Daumen hoch, optimistisch bleiben, hilft ja nix: Franz Rauch und sein Sohn Sebastian Goller vorm P1, Münchens berühmtester Disco. (Archivbild) © Felix Hörhager/dpa

München - Ob P1, Oanser oder Stüberl - ganz egal, wie man Münchens (und Deutschlands!) berühmteste Disco auch nennt, das Wohnzimmer der Schönen und (Erfolg)Reichen an der Prinzregentenstraße 1 ist seit über 36 Jahren eine Instanz - und es ist bis auf Weiteres zu, die einst härteste Tür des Landes fest verschlossen.

Klar: Wie alle anderen Orte, an denen man Spaß haben kann und nach denen sich viele Menschen sehnen, ist das P1 coronabedingt gelockdownt.

Doch P1-Besitzer Franz Rauch hofft jetzt auf ein Licht am Ende des schier endlosen Feier-Tunnels. Oder wie er es optimistisch und zugleich vorsichtig nennt: "Ich wünsche mir eine Schnupperfreiheit für die Outdoor-Gastro!"

Wann werden Öffnungen in Gastro-Außenbereichen möglich?

Schnupperfreiheit klingt nett - und könnte das auch werden. Die Münchner Nachtleben-Legende weiß, wie sehr gerade in seiner Branche aufgepasst werden muss, damit die Zahlen nicht gleich wieder hochgehen.

"Ich hoffe sehr, dass die Inzidenz jetzt weiterhin runtergeht und dass wir irgendwann so weit unten sind, dass wir kontrolliert und unter Beachtung aller Maßnahmen die Außenbereiche wieder langsam öffnen können."

P1-Besitzer: "Feier-Orgien passen eh nicht mehr in die Zeit"

Irgendwann? Rauch hofft auf eine Schnupperfreiheit Ende April/Anfang Mai. "Natürlich würde uns das alle megaglücklich machen, endlich wieder Gäste begrüßen zu dürfen. Die meisten werden sehr gewissenhaft damit umgehen."

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Auch das als eher hemmungslos bekannte P1-Publikum? "Auf jeden Fall", meint der Gastronom vehement. "Wir haben ja eine Gaststätten-Konzession, dürften bei ersten Outdoor-Lockerungen auch unsere Terrasse aufsperren. Da wird dann freilich nicht gleich wild und eng losgetanzt, sondern die Gäste können sich auf Abstand und mit Anstand einen schönen Abend machen. Darum geht es doch: mal rauszukommen, es sich gemütlich zu machen. Feier-Orgien passen eh nicht mehr in die Zeit."

Außerdem sei eine kontrollierte Außengastro-Öffnung viel sicherer als unkontrollierte Treffen mit viel zu vielen Menschen an beliebten Plätzen wie dem Gärtnerplatz. "Sobald wir merken, dass die Zahlen wieder hochgehen, könnten wir sofort reagieren. Ich halte eine Schnupperfreiheit für einen guten ersten Versuch."

Das Radl als Ersatz für das Nachtleben

Franz Rauch, der das P1 einst mit Feinkost-König Michael Käfer groß gemacht hat und den Geschäftsführerposten an seinen Sohn Sebastian Goller weitergegeben hat, war vor Corona so gut wie jeden Abend im Oanser. Doch: Was sagt er eigentlich dazu, dass die neue brasilianische Coronavirusmutation (P.1) ausgerechnet so heißt wie sein berühmter Club?

Franz Rauch dazu: "Als ich zum ersten Mal davon hörte, hatte ich schon einen Schmunzler im Gesicht. Natürlich ist aber jedes Virus alles andere als lustig, es sterben und erkranken viel zu viele Menschen damit."

Umbenennen möchte er sein P1 aber nicht: "Für alles Neue können wir ja nichts. Wenn man sich mal zwei Stunden Zeit nehmen würde und herumgoogelt, findet man noch 100 andere P1-Abkürzungen."

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Als Nachtleben-Ersatz hat er übrigens schon im ersten Lockdown das Radl für sich entdeckt. "Ich radel jeden Tag ein bis zwei Stunden - statt Autofahren, und merke, wie gut mir das tut. Dem Körper, dem Kopf. Ich liebe es, bei Wind und Wetter herumzudüsen. 13.000 Kilometer hab ich insgesamt im letzten Jahr geschafft." Wie viel er heuer zusammenradelt, bleibt abzuwarten.

Auch sein Unfall Mitte Januar wegen einer Schneerille, bei der es sein Radl verrissen hat, kann ihn von seinem neuen Hobby nicht abbringen. Mehrere Knochenbrüche hat Rauch davongetragen, drei Wochen Reha haben ihn wieder fit gemacht: "Ich trag immer einen Helm, hatte Glück im Unglück. Doch anfangs hatte ich höllische Schmerzen, die ich niemandem wünsche, echt heftig. Aber meine Liebe zum Radeln bleibt. Angst ist schließlich nie ein guter Ratgeber."

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