Wiesnbierprobe: Steinfatt-Spruch sorgt für faden Beigeschmack

Der "innere Reichsparteitag" von Paulaner-Boss Andreas Steinfatt sorgt für Irritation.
| Jasmin Menrad
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Brauereichefs und Brauer (v.l.): Martin Leibhard (Augustiner), Andreas Steinfatt (Paulaner), Michael Möller (Hofbräu), Bernhard Klier (Löwenbräu), Jan Huff (Hacker), und Harald Stückle (Spaten).
Daniel von Loeper Brauereichefs und Brauer (v.l.): Martin Leibhard (Augustiner), Andreas Steinfatt (Paulaner), Michael Möller (Hofbräu), Bernhard Klier (Löwenbräu), Jan Huff (Hacker), und Harald Stückle (Spaten).

München - Traditionell kommen am Montag vor dem Wiesnstart Brauer und Brauereiangehörige, Wiesnwirte, Politiker und Journalisten zusammen, um die Oktoberfestbiere der sechs Münchner Brauerei zu verkosten.

Alle möglichen und unmöglichen Gruppenkonstellationen werden fotografiert, dann hält jeder Brauer eine launige Rede über oder auf sein Wiesnbier, es wird getrunken, zwischendurch (zur Neutralisierung!) Brot gefuttert und natürlich über alle Maßen gelobt. "Es gibt keine schlechten Biere" ist die einhellige Meinung – und deshalb kann bei dieser Veranstaltung traditionell auch nichts die Laune trüben. Außer, ein Brauereichef vergreift sich im Ton...

Steile Thesen bei der Wiesnbierprobe

Dass die Reden am Montagabend im Wirtshaus "Das Bad" besonders unterhaltsam oder ungemein informativ waren, wäre übertrieben. Aber sei's drum. Solange die Brauer gute Biere brauen, müssen sie ja keine noch besseren Reden schwingen können.

Kostprobe gefällig? "Übers Jahr schmecken die Biersorten alle gleich", sagt Wirtesprecher Christian Schottenhamel, "aber zur Wiesn dürfen die Braumeister spielen." In bierseliger Stimmung darf man ruhig auch mal steile Thesen aufstellen.

Brauereichefs und Brauer (v.l.): Martin Leibhard (Augustiner), Andreas Steinfatt (Paulaner), Michael Möller (Hofbräu), Bernhard Klier (Löwenbräu), Jan Huff (Hacker), und Harald Stückle (Spaten).
Brauereichefs und Brauer (v.l.): Martin Leibhard (Augustiner), Andreas Steinfatt (Paulaner), Michael Möller (Hofbräu), Bernhard Klier (Löwenbräu), Jan Huff (Hacker), und Harald Stückle (Spaten). © Daniel von Loeper

Bürgermeister Pretzl will Ruhe auf der Wiesn

Wie etwa auch Spaten-Brauer Harald Stückl, der im Biertrinken gar einen Beitrag zur Klimarettung sieht – denn: Hopfen bindet CO2. "Wiesnbier for future" sorgt für Gelächter. Paulaner- und Hacker-Pschorr-Chef Andreas Steinfatt, der durch den Abend führt, kann dem Klimaaktivismus dagegen eher wenig abgewinnen. Deshalb macht er sich ein bisserl über die Atlantik-Überfahrt von Greta Thunberg lustig und orakelt, dass ja samstags keiner für den Klimaschutz demonstrieren würde. Was das mit Wiesnbier zu tun hat, bleibt ein Rätsel.

"Über den Bierpreis haben wir in den vergangenen Jahren viel diskutiert", sagt dann der zweite Bürgermeister Manuel Pretzl (CSU). "Was wir jetzt brauchen, ist, dass wir eine Ruh' auf die Wiesn kriegen." Und mit Ruh meint er keine Schlagzeilen mehr, die das Fest (ja eifrig selbst) produziert hat.

In dieser Hinsicht helfen die abschließenden Worte von Andreas Steinfatt sicherlich wenig. Er schließt die Wiesnbierprobe am offiziellen Ende so: "Es ist mir ein innerer Reichsparteitag."

Lesen Sie auch: Das (un)heimliche Wiesn-Imperium der Gebrüder Able

 

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