Wiesn so griabig wie nie

Weniger Touristen, mehr Familien und genug Geschäft: So sieht die Bilanz der Festleitung aus.
| Christian Pfaffinger
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Münchnerisch war's und etwas herbstlich.
dpa Münchnerisch war's und etwas herbstlich.

München - Auf den Wahnsinnstag folgt der kühle Schluss. Am Samstag: Feinstes Wetter, Feiertagslaune, aber auch Stau, geschlossene Zelte und Hunderte Einsätze für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Am Sonntag: grauer Himmel, eisiger Wind, aber auch ein gemütlicher Ausklang einer insgesamt anständigen Wiesn. Hier zieht die AZ die vorläufige Bilanz des Fests.

Die Gäste

Ruhig war es schon teilweise, grad in der ersten Woche. So zumindest der Eindruck. Und tatsächlich haben heuer rund 400 000 Menschen weniger das Oktoberfest besucht. Zur Orientierung: Das ist fast eine Tagesladung an Gästen, zumindest an Durchschnittstagen.

Wobei: 5,9 Millionen Gäste sind nicht wenig, sondern recht normal für die Wiesn, auch wenn es nach 6,4 Millionen 2013 und 6,3 Millionen 2014 weiter bergab geht mit den Besucherzahlen. Wirklich drastisch ist das aber nicht. Die meisten Besucher kamen freilich wieder aus München und Bayern.

Interessant: Die treuen Ragazzi des Festa della birra aus Italien kamen heuer besonders zum letzten Wochenende auf die Wiesn – und nicht, wie üblich, vor allem zum mittleren Wochenende. Insgesamt kamen weniger Touristen als sonst. Festleitung, Schaussteller und Wirte zeigten sich aber trotzdem zufrieden.

Die Oide Wiesn hatte rund 535 000 zahlende Besucher. 2014 waren es 570 000.

Essen und Trinken

Durst war da: 7,3 Millionen Maß Bier tranken die Festgäste heuer (letztes Jahr: 7,7 Millionen). Pro Besucher macht das einen ganz leichten Anstieg. Die Ochsenbraterei meldet 114 verspeiste Ochsen, die Kalbsbraterei 50 Kälber. Unklar hingegen, wie viele Besucher sich heuer einen Flieger haben landen lassen: Die Zahl der verkauften Hendl liegt noch nicht vor. Wobei der der Sprecher der Wiesnwirte, Toni Roiderer vom Hacker-Festzelt, die Antwort auf Nachfrage natürlich prompt parat hat: „zu wenige“. Eh klar.

Notfälle

Über 3300 Menschen hat das Bayerische Rote Kreuz (BRK) mit insgesamt über 2000 Ärzten und Helfern auf der Wiesn versorgt. Rund 600 Mal mussten in der Sanitätsstation im Behördenbau genäht werden. Auffällig dabei: Schnittverletzungen an den Füßen nehmen ab. Offensichtlich haben heuer mehr Frauen auf gescheites Schuhwerk gesetzt. Weniger vernünftig: Beim Suff gleicht sich das Geschlechterverhältnis weiter an. Heuer waren schon 40 Prozent der Alkoholvergifteten weiblich. Die Gesamtzahl lag bei 628, davon waren 16 unter 16 Jahren alt. Drei Menschen mussten auf dem Oktoberfest reanimiert werden – mit Erfolg.

Das sagt der Wiesn-Chef

„Eine typische Herbstwiesn“, hat Wiesn-Chef und Bürgermeister Josef Schmid (CSU) beobachtet: „Sonnenschein am Tag, bitter kalt am Abend“. Der guten Stimmung habe das aber keinen Abbruch getan, vor allem nicht bei den Hiesigen: „Das Oktoberfest war in diesem Jahr sehr münchnerisch geprägt“, sagt Schmid. Auffallend viele Familien seien auf die Festwiese gekommen. Diese hätten das „Gemeinschaftserlebnis Wiesn wiederentdeckt“.

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