Wiesenwirt Kufflers: Erste Ausstellung nach Genesung

Der Wiesnwirt Stephan Kuffler, wegen schwerer Krankheit lange außer Gefecht, präsentiert nun in einer Ausstellung seine Fotos.
| Michael Schilling
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Stephan Kuffler bei der Vernissage vor seinem Bild von der illuminierten Bavaria.
Bernd Wackerbauer Stephan Kuffler bei der Vernissage vor seinem Bild von der illuminierten Bavaria.

Der Wiesnwirt Stephan Kuffler, wegen schwerer Krankheit lange außer Gefecht, präsentiert nun in einer Ausstellung seine Fotos.

München - Eines vorweg: Für die Preisgestaltung ist der Künstler nicht verantwortlich. Die hat Mark Robinow, der Initiator und Kurator der Ausstellung im Hotel Mandarin Oriental, übernommen. Zwischen 1900 und 2400 Euro sollen also die großformatigen Fotografien kosten, die Stephan Kuffler (46) gemacht hat.

Dass Kuffler, aktuell zuvorderst Wiesnwirt vom Weinzelt, ausgezeichnet fotografiert, ist bekannt. Sein Foto-Tagebuch zur Wiesn wird – wie in den Vorjahren – ab morgen wieder in der AZ erscheinen.

Jetzt also steht Kuffler mit einer Mischung aus Stolz, Rührung und – ja: auch ein bissl Nervosität, zwischen den Gästen, die zur Vernissage der Ausstellung „Voralpenglühen“ gekommen sind. Schauspielerin Katerina Jacob schwärmt vom Bild, das die Bavaria zeigt; Wiesnwirt Peter Inselkammer und Ex-Skistar Christa Kinshofer klopfen Kuffler anerkennend auf die Schulter. Der Künstler lächelt.

Kaum jemand weiß an diesem Abend, dass manche Bilder, die da an den Wänden hängen, in einer Zeit entstanden sind, die gar nicht fröhlich war. Stephan Kuffler hat sich eine viermonatige Auszeit nehmen müssen nach einer schweren Erkrankung im November letzten Jahres. Als es ihm nach vielen Wochen endlich besser ging und ihm die Decke auf den Kopf fiel, wie er sagt, da ist er zum Fotografieren gegangen aufs Land.

Kuffler hat, ohne es zu wissen, ein Aneurysma im Kopf gehabt, ein gefährliches Blutgerinnsel. Die Wiesn 2012 hat er vor lauter Kopfweh nur mit Medikamenten durchgehalten. Als danach der Blutdruck in lebensgefährliche Höhen jenseits der 250 schoss, als Kuffler litt, Blut im Speichel hatte und starke Stimmungsschwankungen, führte ihn ein Ärzte-Marathon schließlich ins Max-Planck-Institut für Psychiatrie. Dort diagnostizierten sie das Aneurysma: sofortige Operation in Großhadern.

„Ich hätte von einer Sekunde auf die nächste tot umfallen können“, sagt Kuffler.

Die riskante Hirn-Operation verläuft erfolgreich. Längst verdeckt das Haar die Narben am Kopf. Es hat Monate gedauert, bis Kuffler – unterstützt von Ehefrau Stephanie und der Familie – wieder voll belastbar war. Jetzt, sagt er, sei er wieder topfit. Das Rauchen hat er sich längst abgewöhnt.

Die Fotografie, natürlich, ist ihm geblieben. Zu besichtigen in der Ausstellung im Mandarin Oriental. Oder ab Samstag im Weinzelt: Kuffler hat auf der Wiesn immer eine Kamera am Mann. Und kein Kopfweh mehr. 

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