Volkssänger Jürgen Kirner - warum er 16 Tage kasperlt

Heute erzählen die "Lebenslinien" im BR, was den Volkssänger Jürgern Kirner aus der Schönheitskönigin seit jeher antreibt.
| Michael Schilling
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Jürgen Kirner beim Wiesn-Auftakt in der Schönheitskönigin.
Bernd Wackerbauer Jürgen Kirner beim Wiesn-Auftakt in der Schönheitskönigin.

München - Dass Jürgen Kirner (59) ein Getriebener ist, das kann man sich gut vorstellen. Allein schon, wenn man ihn über die Bühne wuseln sieht. Und erst recht, wenn man weiß, dass er Theaterstücke für den Komödienstadel schreibt, beim BR die Brettl-Spitzen leitet, quasi pausenlos mit seiner Couplet-AG durchs Land tourt und jetzt auch noch 16 Tage lang unentwegt auf der Oidn Wiesn in der Schönheitskönigin auftritt.

So einen rastlosen Menschen kann man Tausendsassa nennen. Erst am Montagbend, in den "Lebenslinien" im Bayerischen Fernsehen (22 Uhr), erklärt er mal öffentlich, warum er so getrieben ist – und das hat viel mit seiner Homosexualität zu tun.

Jürgen Kirner privat - Kindheit in der Oberpfalz

Aufgewachsen in der provinziellen, moralischen Enge in Hemau in der Oberpfalz, so erzählt Kirner in dem berührenden Portrait, "habe ich in der fünften, sechsten Klasse wahrgenommen, dass ich schwul bin – und immer unterdrückt."

Schon in ganz jungen Jahren habe er sich dann "systematisch mit Arbeit zugeschüttet, um gar nicht erst auf den Gedanken an eine Liebesbeziehung zu kommen." Das Gerede, das Gespött – davor fürchtete er sich.

Mit 26 kam er nach München. Rastlos ist er geblieben. Supermarktleiter in Sendling, Anzeigenredakteur beim "Wochenblatt", abends dann auf der Bühne. Immerhin, verstecken, wie er sagt, hat er sich in München nimmer müssen.

Gleichwohl gab es schwere Rückschläge zu verkraften; auch davon erzählt der behutsame Film von Constanze Hegetusch (Regie) und Christiane von Hahn (Redaktion). Die Familie – Mutter Traudl, Nichte Katrin, Ehemann Simon – spricht sehr offen darüber, was Jürgen Kirner aus- und mitgemacht hat.

Volkssänger Kirner - Großvater war Gstanzlsänger

Der Volkssänger selbst sagt, ihm sei sein Talent in die Wiege gelegt worden – vom Opa, einem begnadeten Gstanzlsänger, der seine Stammwirtschaft in Hemau einst so glänzend unterhalten hat.

Kirner: "Früher hätte ich ja nie geglaubt, dass ich mal 16 Tage auf der Wiesn auf der Bühne kasperln darf." Nun darf er’s, in der Schönheitskönigin, und er tut’s aus einem ganz eigenen Antrieb heraus. "Das ist eng verknüpft mit der Homosexualität", sagt er in dem Film, "weil man da ja immer besser sein muss in der Gesellschaft."

Jürgen Kirner: Ich liberalisiere die Konservativen

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