Polizei: Samstag war der schlimmste Tag auf der Wiesn

Bei schlechtem Wetter, so die Polizei, sind die Gäste aggressiver. Insgesamt jedoch ging es auf der Wiesn 2013 weniger brutal zu als in den Jahren zuvor. Hier die Gesamtbilanz.
| Nina Job / Georg Thanscheidt
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MÜNCHEN Für Polizeivizepräsident Robert Kopp war das Oktoberfest 2013 „überwiegend entspannt” – obwohl mehr Delikte angezeigt wurden. Aber es ging weniger brutal zu. Außerdem wurden mehr Taschendiebe gefasst.
Die Zahlen:

Bis zu 300 Polizisten waren heuer täglich auf der Festwiese im Dienst. In der unmittelbaren Umgebung kamen noch mal 200 dazu.

Die Zahl der Einsätze ist auf konstant hohem Niveau. Heuer lag sie wie 2012 bei 2031. In der gesamten Stadt gab es 1725 Einsätze. Außerhalb der Oktoberfestzeit gelten rund 1100 Einsätze an einem Samstag als viel.

Der aggressivste Tag mit 241 Einsätzen auf der Festwiese war der letzte verregnete Samstag. 46 Wiesnbesucher nahm die Polizei in Gewahrsam. Robert Kopp: „Immer wenn das Wetter schlecht ist, sind die Leute aggressiver.”

1522 Delikte geschahen auf der Festwiese, das sind durchschnittlich 95 am Tag. Ohne Oktoberfest zählt die Polizei in ganz München durchschnittlich 265 Delikte.

759 „Freiheitsentziehungen” gab es, davon 267 Gewahrsahmnahmen. 2012 waren es 324. Festgenommen wurden 492 Männer und Frauen (2012: 469).

Die Oide Wiesn war auch aus Polizeisicht wieder eine sehr gemütliche: 12 Delikte.

In 449 Fällen ermittelt die Polizei gegen Wiesnbesucher wegen Körperverletzung – ein Anstieg. 2012 waren es 439. Erfreulich ist aber, dass die Zahl der gravierenderen Delikte mit Verletzten gesunken ist. So wurden heuer 99 gefährliche Körperverletzungen gezählt, 2012 noch 119.

Auch die Maßkrugschlägereien wurden weniger: 58 heuer im Vergleich zu 66 im vorigen Jahr. Kopp: „44 der Maßkrug-Täter konnten wir sofort festnehmen.”

Die Zahl der Sexualdelikte ist mit 16 Anzeigen nahezu gleich geblieben, davon waren zwei Vergewaltigungen. 2012 wurden 17 Taten angezeigt. Diese Zahlen beziehen sich aber nur auf Fälle, die auf dem Festgelände geschahen. Beunruhigend: Allein im örtlichen Nahbereich der Wiesn wurden weitere sieben Vergewaltigungen angezeigt. Statistisch gesehen passieren in München ohne Wiesn zwei Taten pro Tag.

Ein Brennpunkt sind wie jedes Jahr die Taschendiebe. 504 Wiesnbesucher wurden um Geld, Handys und Wertsachen bestohlen (2012: 516). Die miesesten Tricks: Diebe machen sich an Sturzbetrunkene heran. Manche Diebinnen bieten auch Liebesdienste an oder täuschen Zärtlichkeiten vor, nur um sich an die Geldbörse zu tasten.

Erfreulich: 78 Taschendiebe wurden mit internationaler Hilfe von Polizei-Profis aus 19 Ländern gefasst.

22221 Autofahrer wurden kontrolliert (2012: 20166). Davon hatten 473 (494) zu viel intus. 271 sind ihren Führerschein los.

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