Ökostrom auf der Wiesn: Zwei Drittel der Händler zahlen freiwillig drauf
Der Countdown zum 191. Oktoberfest läuft. Geht es nach den Verantwortlichen der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und der Stadtwerke München (SWM), dann kann die große Sause offensichtlich sofort beginnen.
Zwischen 19. September und 4. Oktober werden jeden Tag mehr als 230 MVG-Mitarbeiter zusätzlich im Einsatz sein, um die Besucher mit U-Bahn, Bus und Tram sicher und angenehm durch die Wiesn-Zeit zu kutschieren. 30 Kollegen mehr als üblich sorgen für Sauberkeit. Busse und Bahnen legen rund 9000 Extra-Fahrten zurück.
Strom über 16 oberirdische und drei unterirdische Trafostationen
Rund 1300 Strom-, Erdgas- und Wasserzähler gehen in Betrieb. 13 SWM-Spezialisten sind vor Ort im Einsatz, und rund um die Uhr gibt es einen Bereitschaftsdienst, heißt es in der Mitteilung. Die rund 750 Abnehmer auf dem Oktoberfest und auf der Oidn Wiesn erhalten ihren Strom über 16 oberirdische und drei unterirdische Trafostationen sowie 62 Kilometer Kabel und 160 Verteilerschränke.

Fahrgeschäfte, Festzelte, Schau- und Verkaufsbuden sowie die Wiesn-Beleuchtung werden in den 16 Tagen gut drei Millionen Kilowattstunden Strom benötigen – das entspricht dem Jahresbedarf von 1200 Haushalten oder rund 15 Prozent des Münchner Tagesbedarfs. Die benötigte Spitzenleistung entspricht laut SWM der einer Kleinstadt mit rund 21.000 Einwohnern, also etwa Haar oder Puchheim.

Schon seit 25 Jahren werden alle öffentlichen Bereiche und Einrichtungen mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt, seit 2012 auch alle Schausteller, Marktkaufleute und Wirte. Zwei Drittel von ihnen leisten mit einem freiwilligen Aufpreis einen Beitrag zum weiteren Ausbau der regenerativen Stromerzeugung.
An zehn Brunnen können Besucher quellfrisches Trinkwasser zapfen
Die gastronomischen Betriebe nutzen Erdgas zum Kochen, zur Warmwasserbereitung und für die Heizungen in den Biergärten. Auf der Theresienwiese betreiben die Stadtwerke ein Leitungsnetz von gut fünf Kilometern Länge. Über 50 Standrohre sind an die Bierzelte und Hendlbratereien angeschlossen. Voraussichtlich 180.000 Kubikmeter Erdgas – der Jahresverbrauch von 180 Münchner Haushalten – benötigen die gastronomischen Betriebe heuer.

Wie viel Bier aus den Zapfhähnen fließt, wird sich noch zeigen, die SWM liefern auf jeden Fall rund 100 Millionen Liter "bestes Münchner Trinkwasser". Das entspreche fast einem Drittel des durchschnittlichen Münchner Tagesbedarfs. Das Wasserversorgungsnetz ist rund zehn Kilometer lang, dazu kommen rund sieben Kilometer fest verlegter Anschlussleitungen. Für den Brandschutz sind 81 Hydranten installiert.
An inzwischen zehn Brunnen können Besucher quellfrisches Trinkwasser zapfen. Sie befinden sich unter anderem auf der Oidn Wiesn, an den Toilettenanlagen, am Eingang vom Familienplatzl und am Eingang am Esperantoplatz. Zusätzlich gibt es auch einen Brunnen beim Weißbierkarussell der Familie Fahrenschon, am St.-Pauls-Platz und bei der neuen Toilettenanlage am U-Bahnhof Theresienwiese.

